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Ärztepfusch: Gericht spricht behindertem Kind Millionen zu

Bei der Geburt eines heute fünfjährigen Jungen machten die behandelnden Ärzte krasse Fehler - das Kind trug schwerste Behinderungen davon. Jetzt hat ihm das Bonner Landgericht Schadensersatz in Millionenhöhe zugesprochen.

Bonn - Es waren nur wenige Minuten, in denen Mediziner die falschen Entscheidungen trafen: Wegen gravierender Ärztefehler hat das Bonner Landgericht einem fünfjährigen schwerbehinderten Jungen einen Anspruch auf Schadensersatz in Millionenhöhe bescheinigt.

Wie ein Sprecher des Gerichts am Dienstag bestätigte, wurden eine Klinik im Bonner Raum und zwei Klinikärzte zur Zahlung von 400.000 Euro Schmerzensgeld an den Jungen verurteilt. Nach der Gerichtsentscheidung haften Ärzte und Klinik für sämtliche Schäden, die bei dem Jungen wegen der Behinderung im Laufe seines Lebens entstehen werden. Nach Angaben der Bonner Kammer ist der Schaden noch nicht genau zu beziffern, geht aber voraussichtlich in die Millionen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Laut Urteil hatten die Ärzte bei der Geburt des Kindes der Mutter ein Wehenbeschleunigungsmittel verabreicht, das in keinem Fall hätte gegeben werden dürfen. Das Mittel habe einen gefährlichen Abfall der Herztöne des Ungeborenen ausgelöst.

Dann zögerten die Ärzte laut Gericht zu lange, bis sie eine Not-Operation einleiteten. Erst 35 Minuten nach dem Abfall der Herztöne sei eingegriffen worden. Nach einer Leitlinie der Ärztekammer müsste in einem solchen Notfall spätestens nach 20 Minuten ein OP-Team einen Kaiserschnitt vornehmen. Infolge der Behandlungsfehler habe das Kind zu lange keinen Sauerstoff bekommen und einen irreparablen Hirnschaden erlitten. Der Junge ist körperlich und geistig behindert.

rls/dpa

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Ja das leuchtet ein aber was ist mit Justizpfusch
mischpot 12.02.2013
und falsche eingesperrt oder Täter laufen gelassen weil nicht richtig ermittelt wird etc.pp.
2.
numey 12.02.2013
Das Geld wird die Familie sicher gut gebrauchen können, aber sie würden sicher jeden Cent davon gegen die Gesundheit ihres Kindes eintauschen. Immer traurig, solche Geschichten. Und machen demütig und dankbar, dass die eigenen Kinder gesund sind.
3. Gut so!
mk84 12.02.2013
Wenn wir die Rechtssprechung in Sachen Schadensersatz und Schmerzensgeld entsprechend diesem Urteil ausweiten, dann würde in einigen Bereichen in diesem Land evt. umsichtiger, transparenter und regelkonformer gehandelt werden.
4. Na prima,
conbriol 12.02.2013
daß sich auch in Deutschland `mal ein Gericht zu drakonischen Strafen gegen Ärztepfusch entschließt.
5. Der Jubel kommt zu früh
Katzebextra 12.02.2013
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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