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Millionencoup: Mutmaßliche KaDeWe-Einbrecher wieder frei

Es kam, wie es kommen musste: Knapp zwei Monate nach dem spektakulären Schmuckdiebstahl im Berliner Nobelkaufhaus KaDeWe sind die tatverdächtigen Zwillingsbrüder wieder auf freiem Fuß. Der Grund: Sie lassen sich einfach nicht auseinanderhalten.

Berlin - Es ist die berühmte Lücke im System: Zwar sei der Beweislage zufolge mindestens einer der beiden 27-Jährigen an der Tat beteiligt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Eine eindeutige Zuordnung, welcher von beiden dies war, sei jedoch unmöglich, da neben dem Aussehen auch die DNA der eineiigen Zwillinge identisch sei. SPIEGEL ONLINE hatte auf das kriminalistische Problem bereits vor genau einem Monat aufmerksam gemacht.

So habe neben anderen Spuren und Beweisen auch die am Tatort gesicherte DNA-Spur keine eindeutige Antwort auf die Frage nach der Tatbeteiligung gebracht, erklärte die Anklagebehörde. Daher sei von Gesetzes wegen "zugunsten von jedem der beiden davon auszugehen, dass nur der jeweils andere am Tatort war".

Der für den Vollzug der U-Haft erforderliche dringende Tatverdacht habe sich vor diesem Hintergrund nicht aufrechterhalten lassen. Den Haftbefehl hob das Amtsgericht Tiergarten auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf.

Bei dem spektakulären Einbruch am 25. Januar hatten die Täter aus einer Juwelierfiliale im Erdgeschoss des Kaufhauses Schmuck und Luxusuhren im Millionenwert entwendet. Überwachungsvideos zufolge handelte es sich dabei um mindestens drei Einbrecher.

Die 27-jährigen Zwillingsbrüder aus Niedersachsen waren zweieinhalb Wochen später verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft gelten sie aufgrund des fortbestehenden "einfachen" Tatverdachts auch weiterhin als Beschuldigte des Ermittlungsverfahrens.

jdl/AFP

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Rätselhafter Coup: Millionenraub im KaDeWe


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