US-Schönheitskönigin "Miss Teen" sagt Cyber-Spannern den Kampf an

Über Monate hinweg soll ein Hacker über ihre Computer-Webcam Fotos von ihr im Schlafzimmer gemacht haben. Die kürzlich gekrönte "Miss Teen USA" wurde Opfer einer Erpressung. Nun will Cassidy Wolf ihre Bekanntheit nutzen, um solche Verbrechen zu bekämpfen.

AFP/ Miss Universe Organization L.P./ LLLP

Die anonyme E-Mail, die die 19-jährige Cassidy Wolf vor einigen Monaten erhielt, war ein Schock: Der Absender behauptete, er habe die Webcam ihres Computers gehackt und zahlreiche Fotos von ihr in ihrem Schlafzimmer gemacht. Diese wolle er nun im Internet öffentlich machen - es sei denn, sie schicke ihm einige Nacktfotos.

Wolf wandte sich an die Polizei, nun ermittelt das FBI. Laut einer Sprecherin der Bundespolizei glaube man, den Täter identifiziert zu haben. Bislang sei aber noch niemand verhaftet worden.

Als sie die Erpresser-Mail erhielt, war Wolf ein unbekannter Teenager aus Temecula im Süden Kaliforniens. Doch am 10. August wurde sie zur Schönheitskönigin gekrönt und darf sich nun ein Jahr lang "Miss Teen USA" nennen. Und diese Berühmtheit will sie nun nutzen, um über die Gefahren solcher Cyber-Verbrechen aufzuklären.

Sie tritt in Fernsehshows auf, spricht offen über eine Art von Delikt, das von Opfern häufig aus Scham nicht zur Anzeige gebracht wird. "Ich habe es nicht bemerkt, dass mich jemand beobachtete", sagte sie in der "Today Show". Das Licht der Kamera habe nicht geleuchtet, deswegen habe sie nie Verdacht geschöpft.

Wolf ist davon überzeugt, dass mehr Menschen über die Gefahren durch gehackte Webcams Bescheid wissen sollten. In Talkshows oder Blog-Beiträgen ist die Reaktion auf ihre Berichte häufig Unglauben, dass so etwas technisch möglich ist, wie das Technologie-Blog "Ars Technica" schreibt.

Die Kriminellen missbrauchen Fernwartungssoftware, wie sie in Unternehmen genutzt wird, um Computerprobleme zu beheben, ohne im gleichen Raum sein zu müssen. Diese Programme können genutzt werden, um von anderen Computern Daten zu übertragen. So kann auf Webcams, Mikrofone und gespeicherte Dokumente zugegriffen werden. Zugang zu fremden Computern erhalten die Täter über sogenannte Trojaner-Programme, die beispielsweise als E-Mail-Anhang verschickt werden.

Das FBI geht davon aus, dass die Schönheitskönigin Wolf kein Einzelfall ist: Der Täter soll mehr als ein Dutzend Opfer mit der gleichen Methode erpresst haben. Der Fall Wolf sei eine hervorragende Lektion für alle Mädchen, die Ähnliches durchmachten, sagte die FBI-Sprecherin dem Newsportal sky.com: "Sie sollten das nicht für sich behalten, egal, wie peinlich es sein könnte, und die Behörden kontaktieren."

sto

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
gustavbamgans 17.08.2013
1.
Es bleibt die ungeklärte Frage wie diese Software aktiviert wurde. Der erste Verhaltensfehler lag vielleicht bei dem Opfer selbst, das unbedacht fragwürdige Datein runtergeladen und geöffnet hat. In diesen Bereichereich muss die erste oeffentliche Arbeit gesteckt werden. Des weiteren klingt es eher nach einer Behauptung diese Photos gemacht zu haben. Ich bin mir sicher dass der Erpresser nur so tut als ob er "belastende" Erpressungsfotos hat. Nichts desto trotz bleibt es eine Straftat - keine Frage.
gr89 17.08.2013
2.
Vor ein paar Jahren wären Leute die ihre Laptopkamera abklebten noch als Aluhüte verspottet worden. Jetzt zeigt sich das nicht nur die NSA ein Interesse an den ab Werk eingebauten Kameras hat.
Zottelchen 17.08.2013
3.
Zitat von gr89Vor ein paar Jahren wären Leute die ihre Laptopkamera abklebten noch als Aluhüte verspottet worden. Jetzt zeigt sich das nicht nur die NSA ein Interesse an den ab Werk eingebauten Kameras hat.
Die NSA mag Kameras in Rechnern gar nicht. Sie empfiehlt, solche Kameras fachmännisch aus dem Rechner entfernen zu lassen. Siehe http://www.nsa.gov/ia/_files/factsheets/macosx_hardening_tips.pdf auf Seite 2.
vitalik 17.08.2013
4. Trojaner
Zitat von gustavbamgansEs bleibt die ungeklärte Frage wie diese Software aktiviert wurde. Der erste Verhaltensfehler lag vielleicht bei dem Opfer selbst, das unbedacht fragwürdige Datein runtergeladen und geöffnet hat. In diesen Bereichereich muss die erste oeffentliche Arbeit gesteckt werden. Des weiteren klingt es eher nach einer Behauptung diese Photos gemacht zu haben. Ich bin mir sicher dass der Erpresser nur so tut als ob er "belastende" Erpressungsfotos hat. Nichts desto trotz bleibt es eine Straftat - keine Frage.
Mittlerweile reicht es aus eine falsche Seite zu besuchen, die einen Werbebanner hat, der mit einem Trojaner infiziert ist. Laut Heise kann man sogar auf seriosen Seiten, wie SPON solche Trojaner einfangen, da die Werbebanner von Dritten kommen und nicht wirklich kontrolliert werden. Die zahlreichen Lücken bei Java sind ja auch fast schon jedem bekannt und trotzdem bei den meisten nicht auf dem neusten Stand oder gleich deaktiviert. Die Welle der BKA-Trojaner reist ja auch einfach nicht ab. Bei uns im Studiengang hat gefült jeder ein Aufkleber vor der Kamera.
kilian2514 17.08.2013
5.
Er schreibt er habe Fotos von ihr in ihrem Schlafzimmer gemacht und veröffentlicht diese wenn sie keine Nacktbilder schickt. Ich möchte mal stark hoffen, dass es niemanden gibt der darauf hereinfallen würde. Danach kommt dann wohl die Erpressungen mit den Nacktbildern.
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