Missbrauch in Rotherham Jahrzehntelange Haftstrafen für die Täter

In der englischen Stadt Rotherham wurden bis zu 1400 Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt. Die ersten verurteilten Täter müssen für Jahrzehnte ins Gefängnis.

Straßenszene in Rotherham (Archiv): Das jüngste Opfer war elf Jahre alt
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Straßenszene in Rotherham (Archiv): Das jüngste Opfer war elf Jahre alt


Im englischen Rotherham sind sechs Männer und Frauen wegen massenhaften Kindesmissbrauchs zu teils jahrzehntelangen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Der 40 Jahre alte Rädelsführer muss für 35 Jahre in Haft. Seine Brüder bekamen Haftstrafen von 26 und 19 Jahren. Ein Onkel der drei wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, eine weibliche Komplizin zu 13 Jahren. Eine zweite Frau bekam eine Haftstrafe von 18 Monaten auf Bewährung.

Die Gruppe habe Leid von "unvorstellbarem Ausmaß" über ihre Opfer gebracht, sagte die Richterin in Sheffield. Vor zwei Tagen hatten zwölf Geschworene die Brüder unter anderem wegen Vergewaltigung, die beiden Frauen wegen Zuhälterei und Freiheitsberaubung für schuldig befunden. Einige der Opfer waren bei der Urteilsverkündung im Gerichtssaal anwesend.

Die Verbrechen in der 260.000-Einwohner-Stadt gelten als Inbegriff des Kindesmissbrauchs in Großbritannien. Das Ausmaß des Skandals enthüllte eine unabhängige Untersuchung, der zufolge zwischen 1997 und 2013 bis zu 1400 Kinder und Jugendliche in der Stadt Opfer sexueller Gewalt wurden. Den Behörden wird vorgeworfen, lange Zeit weggeschaut zu haben.

Die Opfer kamen oft aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Viele wurden mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht. Betrunkene Erwachsene sollen anschließend über sie hergefallen sein.

lba/dpa

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