Missbrauch von 21 Jungen Verurteilter Kinderarzt wendet sich an Bundesgerichtshof

Ein Augsburger Kinderarzt missbrauchte 21 Jungen und wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Nun geht er in Revision.

Pädophiler Kinderarzt vor Gericht
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Pädophiler Kinderarzt vor Gericht


Der Augsburger Kinderarzt, der vor wenigen Tagen wegen Kindesmissbrauchs zu 13,5 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden war, hat Revision eingelegt. Der entsprechende Antrag der Rechtsanwälte sei eingegangen, sagte ein Sprecher des Augsburger Landgerichts. Nun muss der Bundesgerichtshof entscheiden.

Der 41-jährige Täter hatte sich über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg an 21 Jungen vergangen. Das jüngste Opfer war erst vier Jahre alt. Der Arzt war im Oktober 2014 festgenommen worden, nachdem er einen Fünfjährigen entführt und missbraucht hatte.

Die Verteidiger hielten maximal neun Jahre Haft für angemessen. Außerdem wollten sie erreichen, dass keine Sicherungsverwahrung verhängt wird. Ihr Mandant solle stattdessen zur Therapie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden.

Der Mann war ein angesehener Mediziner, bis seine Taten aufflogen. Er arbeitete als Chefarzt beim Bayerischen Roten Kreuz, am Klinikum Augsburg, am Deutschen Herzzentrum in München und zuletzt an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Im Prozess vor dem Augsburger Landgericht folgten die Richter in ihrem Strafmaß weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Vorsitzende der Kammer sagte, bis in den Prozess hinein habe der Angeklagte seine "Lebenslügen und Beschönigungsversuche" versucht aufrecht zu erhalten. Erst später sei die ganze Wahrheit offenbar geworden.

sms/dpa



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