Missbrauchsvorwürfe Papst Franziskus ordnet Hausarrest für US-Kardinal an

Sie nannten ihn "Onkel Teddy": US-Kardinal Theodore McCarrick steht im Verdacht, sich an Kindern und Priesteranwärtern vergangen zu haben. Der Vatikan hat ihm nun ein "Leben in Gebet und Buße" auferlegt.

Kardinal Theodore Edgar McCarrick (Archiv)
AP

Kardinal Theodore Edgar McCarrick (Archiv)


Papst Franziskus hat den ehemaligen Erzbischof von Washington D.C., Theodore E. McCarrick, suspendiert, nachdem US-Medien über sehr weitgehende Missbrauchsvorwürfe gegen den Kardinal berichtet hatten.

Ein Betroffener namens James etwa erhob in der "New York Times" schwere Anschuldigungen gegen McCarrick. Der Kirchenmann sei in seiner Kindheit ein Freund der Familie gewesen. Seine sechs Geschwister und er hätten McCarrick "Onkel Teddy" genannt, berichtet James. "Er sagte: Dreh dich um", zitiert die Zeitung den heute 60-jährigen Mann. Zum Zeitpunkt des Missbrauchs war er elf Jahre alt.

US-Medien berichten seit Wochen über zahlreiche weitere Vorwürfe. McCarrick - eines der bekanntesten Gesichter der katholischen Kirche in den USA - soll etwa in den Achtzigerjahren junge Männer in einem Priesterseminar in der Diözese Newark belästigt haben. Der Erzbischof habe ihn berührt, "weil er Macht über mich hat", so beschreibt es etwa Pater Desmond Rossi, damals ein junger Seminarist in Newark.

Nach immer neuen Enthüllungen teilte der Vatikan am Samstag mit, Papst Franziskus habe sich entschieden, ein Rücktrittsgesuch von Kardinal McCarrick anzunehmen. Der 88-Jährige scheidet damit aus dem Kardinalskollegium der katholischen Kirche aus. Franziskus ordnete zudem an, McCarrick habe bis zum Beginn eines Verfahrens vor einem Kirchengericht "in einem Haus zu bleiben, das ihm noch benannt wird, und ein Leben in Gebet und Buße zu führen".

beb

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