Missbrauchsprozess gegen Kardinal Gericht feuert Angestellten wegen Verdachts auf Geheimnisverrat

Ein australisches Gericht hat einen Mann entlassen, der unautorisiert Informationen über Kardinal George Pell gesammelt haben soll. Der Finanzchef des Vatikans ist wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt.

Kardinal George Pell vor dem Gericht in Melbourne
REUTERS

Kardinal George Pell vor dem Gericht in Melbourne


An einem Gericht im australischen Victoria County läuft derzeit ein weltweit beachtetes Verfahren gegen den Kurienkardinal George Pell. Der ehemalige Erzbischof von Melbourne und Sydney muss sich wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Jungen verantworten. Die Taten sollen sich in seiner Heimatstadt Ballarat und in Melbourne ereignet haben (hier die Fakten zum Fall Pell).

Wie jetzt bekannt wurde, ist ein Angestellter des Gerichts vor Kurzem entlassen worden. Der Vorwurf: Er soll unberechtigterweise Dateien in einem Computer aufgerufen haben, um so an Informationen über Pell zu gelangen. Bisher waren keine Details aus der Anklageschrift an die Öffentlichkeit gedrungen.

In einer schriftlichen Erklärung des Gerichts zu der Entlassung heißt es: "Das Gericht nimmt die Verwaltung und Sicherheit von Daten ernst und hat Systeme installiert, die erkennen, wenn ohne Erlaubnis auf Informationen zugegriffen wird."

Sollte dies geschehen, würden die Verantwortlichen nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen. "Das genau ist im vorliegenden Fall geschehen", heißt es in dem Schreiben.

Das Gericht trage dafür Sorge, dass alle Mitarbeiter entsprechend geschult würden. Welche Funktion der entlassene Mitarbeiter innehatte und wie lange er bereits an dem Gericht beschäftigt war, ist nicht bekannt.

Kardinal Pell hatte stets sämtliche Anschuldigungen von sich gewiesen. Am Mittwoch musste sich der Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats für eine Anhörung vor dem Gericht in Melbourne einfinden. Von seinem Posten als Finanzchef des Kirchenstaats ist er weiterhin beurlaubt. Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass er das Amt wieder übernimmt. Derzeit ist Pell auf Kaution frei.

ala/AP

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