Missbrauchsskandal Kloster Ettal entschädigt Opfer mit 700.000 Euro

Jahrzehntelang haben Mönche des bayerischen Benediktinerklosters Ettal ihre Schüler missbraucht. Nun hat ein unabhängiges Kuratorium entschieden: 70 Opfer werden mit insgesamt 700.000 Euro entschädigt.

Kloster Ettal in Oberbayern: 700.000 Euro Entschädigung für die Missbrauchsopfer
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Kloster Ettal in Oberbayern: 700.000 Euro Entschädigung für die Missbrauchsopfer


Ettal - Das Benediktinerkloster im oberbayerischen Ettal wird 70 Opfer von sexuellem Missbrauch und körperlicher Misshandlung mit insgesamt 700.000 Euro entschädigen. Der Mindestbetrag liegt bei 5000 Euro, in Einzelfällen seien bis zu 20.000 Euro überwiesen worden, teilte die Benediktinerabtei am Dienstag mit.

Die Entschädigungszahlungen wurden von einem unabhängigen Kuratorium festgelegt, das jeden einzelnen Antrag prüfte. Die Misshandlungen liegen teils mehr als 60 Jahre zurück. "Das Kloster war in die Entscheidungsfindung des Kuratoriums nicht eingebunden und hatte keinen Einfluss auf die Höhe der Zahlungen", heißt es in der Mitteilung. In dem Betrag von 700.000 Euro sind auch Anwalts- und Therapiekosten der Opfer enthalten.

Der Verein der Missbrauchsopfer würdigte in einer Stellungnahme "Mut und Anstand" der Ettaler Benediktiner bei der Aufarbeitung des Skandals. Mit den Entschädigungszahlungen setze das Kloster Maßstäbe.

In der Klosterschule samt Internat hatten sich Ordensgeistliche jahrzehntelang an Schülern sexuell vergangen und die ihnen anvertrauten Buben teils massiv geschlagen oder seelisch drangsaliert. Der Missbrauchsskandal war Anfang 2010 bekanntgeworden. Auf Druck des Münchner Erzbischofs, Kardinal Reinhard Marx, trat Abt Barnabas Bögle zurück, kehrte aber nach der Rehabilitierung durch den Vatikan ebenso wie Schulleiter Maurus Kraß wieder in sein Amt zurück.

Nun soll auch die wissenschaftliche Aufarbeitung des Skandals beginnen. In Abstimmung mit dem Verein der Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer sei das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) mit einer Untersuchung beauftragt worden, teilte die Abtei mit. Der Bericht des IPP soll demnach bis Sommer 2012 vorliegen. Die Ergebnisse wolle man in ein bereits laufendes Präventionskonzept des Klosters einfließen lassen, hieß es weiter.

aar/dapd/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 112 Beiträge
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günter1934 06.09.2011
1.
Zitat von sysopJahrzehntelang haben Mönche des bayerischen Benediktinerklosters Ettal ihre Schüler missbraucht. Nun hat ein unabhängiges Kuratorium entschieden: 70 Opfer werden mit insgesamt 700.000 Euro entschädigt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,784784,00.html
Missbrauchsskandal: Kloster Ettal entschädigt Opfer mit 700.000 Euro Ich dachte bei der der Überschrift zunächst an ein Opfer, das 700.000 € bekommt!
32spiegel32 06.09.2011
2. So läuft das in der Kirche..
..riesige Verbrechen und miese Almosen für die Opfer. Die gehören in den Kanst und der Kirche sämtliche Bezüge gestrichen. Das lässt sich bestimmt mit dem Gesetz hinbiegen! Gott hat diesen KIrchenverbrechern schon zu lange beistehend zugeschaut. Es reicht...
vhe 06.09.2011
3.
---Zitat von Artikel--- Nun soll auch die wissenschaftliche Aufarbeitung des Skandals beginnen. ---Zitatende--- Was muß man daran wissenschaftlich aufarbeiten? Die Typen gehören in den Knast und gut is'.
Bernhard Fischer 06.09.2011
4.
Zitat von vheWas muß man daran wissenschaftlich aufarbeiten? Die Typen gehören in den Knast und gut is'.
hier kommt flächendeckend fast niemand aus institutionellen Kreisen in den Knast.....
jay2409 06.09.2011
5. Gerechtigkeit in Deutschland!?!
Hab gerade extra nochmal nachgelesen, ob ich es noch richtig im Kopf hatt und ja...: Steffan Effenberg wurde schon einmal wegen Beamten-Beleidigung zu einer Strafe von 20 Tagessätzen zu 5000€ (100.000 €) verurteilt. Das schreckliche Verbrechen? Er nannte einen Plizisten bei einer Verkehrskontrolle Arschloch!!!!! ...und der Staat hilft einem Verein, der mit allen Mitteln versucht seine Pädophilen und seine Vergewaltiger zu schützen, weiterhin schön seine "Mitgliederbeiträge" ein zu treiben.
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