Missbrauchsverdacht: Festgenommener Priester gesteht Missbrauch

Ein Priester aus dem Bistum Hildesheim hat zugegeben, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ende Juni hatte ein Opfer Anzeige gegen den Geistlichen erstattet - am Freitag war der Mann festgenommen worden. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.

Salzgitter - Das Missbrauchsgeständnis eines katholischen Geistlichen erschüttert das Bistum Hildesheim in Niedersachsen. Ein Priester habe nach seiner Festnahme in Salzgitter gegenüber Ermittlungsbeamten gestanden, Kinder sexuell missbraucht zu haben, teilte die Polizei in Braunschweig am Sonntag mit. Der Mann sei unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen worden.

Der Beschuldigte habe den Vorwurf in der polizeilichen Vernehmung zugegeben, sagte ein Polizeisprecher. Demnach war der Priester bereits am Freitag vorläufig festgenommen worden. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Salzgitter ordnete einen Tag später auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig Untersuchungshaft an.

Bei der Festnahme durchsuchten Beamte auch die Wohnung des Mannes. Dabei stellten die Ermittler den Angaben zufolge auch Datenträger und Schriftmaterial sicher, die noch ausgewertet werden müssen. Die Ermittlungen gegen den Geistlichen laufen seit Ende Juni. Nach Angaben der Polizei hatte damals ein Opfer Anzeige gegen den Priester gestellt.

Das Bistum Hildesheim werde sich aktiv an der Aufklärung der Vorwürfe gegen den Priester beteiligen, sagte ein Sprecher. Bereits vor einem Jahr seien dem Bistum Vorwürfe gegen den jetzt verhafteten Pfarrer wegen angeblich distanzlosen Verhaltens gegenüber einer Person bekanntgeworden. Daraufhin habe man die Staatsanwaltschaft gebeten, den Verdacht eines etwaigen Missbrauchs zu prüfen. Die Ermittlungsbehörde habe damals aber keinen Anhaltspunkt für einen Anfangsverdacht gesehen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wollte sich erst am Montag zu den Vorgängen äußern.

Wie der Norddeutsche Rundfunk berichtete, ist der Pfarrer seit 2006 in einer Gemeinde in Salzgitter tätig. Am Sonntag habe er eigentlich mit Jugendlichen zu einer Freizeit in den französischen Wallfahrtsort Taizé aufbrechen wollen. Die Reise sei kurzfristig abgesagt worden. Nach Informationen des Senders soll die dem Geistlichen vorgeworfene Tat bereits mehrere Jahre zurückliegen.

ulz/dapd/AFP

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