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Missbrauchsverdacht: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Marco Weiss ein

Die deutschen Behörden haben das Ermittlungsverfahren gegen Marco Weiss eingestellt: Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs hat sich laut der Staatsanwaltschaft Lüneburg nicht bestätigt. Der Prozess in der Türkei steht jedoch noch aus.

Lüneburg - Erleichterung für Marco Weiss und seine Familie: Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat das Ermittlungsverfahren gegen Marco Weiss wegen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs eingestellt. Nach Angaben der Behörde gibt es keine Beweise, dass der Teenager vor zwei Jahren beim Osterurlaub in Antalya ein damals 13-jähriges britisches Mädchen sexuell missbrauchte.

19-jähriger Marco Weiss: Ermittlungsverfahren eingestellt
DPA

19-jähriger Marco Weiss: Ermittlungsverfahren eingestellt

In der Türkei ist allerdings noch ein Verfahren gegen den 19-Jährigen anhängig. Der Prozess in Antalya war Anfang April noch einmal vertagt worden.

Allein die Aussage des Mädchens reiche für einen Tatnachweis nicht aus, teilte die Lüneburger Staatsanwaltschaft nun mit. Weitere belastende Beweismittel gebe es nicht. Insbesondere hätten Zeugen, die sich auf dem Balkon des Zimmers aufgehalten hatten, keinen sexuellen Übergriff bemerkt. Auch bei einer frauenärztlichen Untersuchung der 13-Jährigen kurz nach dem Vorfall habe nichts auf Gewaltanwendung oder einen psychischen Ausnahmezustand hingedeutet. Zudem seien die Angaben des Mädchens zum Tatgeschehen "nicht völlig konstant". Die Staatsanwaltschaft berücksichtigte nach eigenen Angaben auch, dass die Britin älter wirkt als 13 Jahre.

Marco Weiss hatte den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs stets bestritten. Seinen Angaben nach waren beide mit dem Vollzug des Geschlechtsverkehrs einverstanden gewesen. Auch habe er das Mädchen für älter gehalten. Es habe ihm gesagt, 15 Jahre alt zu sein.

"Die Nachricht über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Marco hat uns mit tiefster Zufriedenheit erfüllt", teilte die Familie von Marco Weiss per E-Mail mit. Sie habe diese Beurteilung der "völlig haltlosen Vorwürfe" durch eine deutsche Behörde erhofft.

Die Angehörigen appellierten zugleich an das türkische Gericht, "die Größe und den Mut" aufzubringen, das Urteil allein an den objektiven Kriterien eines rechtsstaatlichen Verfahrens auszurichten. Der Prozess in Antalya wird am 5. Juni mit dem Schlussplädoyer der Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Möglicherweise wird dann auch das Urteil fallen.

han/AFP/ddp

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