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Misshandlung bei der Bundeswehr: Bundesgerichtshof kassiert Freisprüche für Soldaten-Ausbilder

Im Fall der Misshandlung von Rekruten in der Bundeswehrkaserne von Coesfeld hat der Bundesgerichtshof vier von fünf Urteile des Landgerichts Münster aufgehoben. Zwei Stabsunteroffiziere und zwei Ausbilder müssen nun erneut vor Gericht.

Karlsruhe - Der Prozess um die Misshandlungen von Bundeswehrrekruten im nordrhein-westfälischen Coesfeld muss teilweise neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob am Mittwoch zwei Freisprüche sowie zwei Geldstrafen von jeweils 2400 Euro gegen ehemalige Bundeswehrausbilder auf und ordnete ein neues Verfahren vor dem Landgericht Münster an.

Folterinstrumente der Bundeswehr-Ausbilder: Umstrittene Übung
DPA

Folterinstrumente der Bundeswehr-Ausbilder: Umstrittene Übung

Die Mitschuld der Angeklagten an den Misshandlungen von Bundeswehrrekruten müsse noch einmal geprüft werden, begründete der BGH am Mittwoch seine Entscheidung. Dies sei für die Angeklagten und das Landgericht Münster sicher nicht leicht, sagte der Vorsitzende Richter Armin Nack. Man sei es aber dem "Ansehen der Bundeswehr schuldig, dass alles korrekt abläuft".

Das Urteil gegen einen fünften Angeklagten ist rechtskräftig. Er war 2007 als Leiter einer umstrittenen Geiselnahmeübung, bei der im Sommer 2004 Rekruten misshandelt worden waren, unter anderem wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Bei der Übung hatte ein "Überfallkommando" eine Gruppe von Rekruten in der Grundausbildung - darunter auch Wehrpflichtige - überfallen, sie mit Kabelbindern gefesselt und zu einer Sandgrube gekarrt. Bei einem gestellten Verhör wurden die Rekruten teilweise mit simulierten Erschießungen eingeschüchtert, mit Wasser bespritzt und mit Sand beworfen. Die Bundesanwaltschaft hatte gefordert, diese Misshandlungen härter zu ahnden.

ala/dpa/AP/AFP

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