Mönchengladbach Dritte Festnahme nach illegalem Autorennen

Ein 38-jähriger Fußgänger kam ums Leben: Die Staatsanwaltschaft hat nach einem tödlichen Autorennen in Mönchengladbach Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen. Ein dritter mutmaßlicher Raser wurde gefasst.

Unfallort oder Tatort?
DPA

Unfallort oder Tatort?


Nach einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach haben die Ermittler insgesamt drei mutmaßliche Raser ermittelt. Die Kollision, bei der ein 38-Jähriger am späten Freitagabend ums Leben kam, bewerten die Ermittler als Mord.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um den 28-jährigen Unfallfahrer sowie zwei Fahrer im Alter von 22 und 25 Jahren, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Es werde geprüft, ob gegen die Männer Haftbefehl beantragt werden soll.

Bei dem Autorennen in der Nacht zu Samstag war einer der Fahrer laut Zeugenaussagen bei einem Überholmanöver in den Gegenverkehr gerast und hatte dabei den Fußgänger erfasst.

Zuletzt hatte es in Deutschland mehrere schwere Unfälle bei illegalen Autorennen gegeben. Zwei Raser in Berlin wurden deshalb Ende Februar wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. In Hagen müssen sich zurzeit zwei Angeklagte wegen eines mutmaßlichen Autorennens, bei dem fünf Menschen verletzt wurden, vor dem Landgericht verantworten.

Der Zusammenstoß heizte die Debatte um härtere Strafen gegen Raser im Straßenverkehr an. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte der "Rheinischen Post", illegale Autorennen seien "keine Bagatellen - das muss härter geahndet werden". "Wir müssen alles tun, um die Menschen vor solchen Verrückten zu schützen." Die Zahl illegaler Straßenrennen sei "im großen Ausmaß angestiegen". "Die Auswirkungen sind katastrophal - auch für völlig Unbeteiligte." Er nannte die Events "ein Hobby von Verrückten".

Es gibt zwei Gesetzesinitiativen für eine Strafverschärfung bei illegalen Autorennen - eine aus dem Bundesrat, die zweite vom Bundesverkehrsministerium. Einen Beschluss fasste die große Koalition aber noch nicht.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) kündigte in Wiesbaden an, das Thema auf die Tagesordnung der Justizministerkonferenz Mitte der Woche im pfälzischen Deidesheim zu setzen. Damit wolle sie "noch einmal auf die Aktualität und Notwendigkeit dieses Themas hinweisen und den Deutschen Bundestag an seine Pflicht erinnern, Gesetzentwürfe des Bundesrats in angemessener Frist zu beraten".

apr/AFP



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