Urteil zu tödlichem Unfall in Mönchengladbach Raser muss drei Jahre ins Gefängnis

Den Fußgänger erfasste er mit Tempo 80 - erlaubt waren 40: Ein Autofahrer in Mönchengladbach ist nach einem tödlichen Unfall zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Markierungen der Spurensicherung an der Unfallstelle (Archiv)
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Markierungen der Spurensicherung an der Unfallstelle (Archiv)


Die Anklage wegen Mordes ließen die Richter nicht zu: Ein Autofahrer ist in Mönchengladbach wegen einer tödlichen Raserei durch die Stadt zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein 38-jähriger Fußgänger war durch den Raser zu Tode gekommen.

Die Kammer am Landgericht sprach den 29-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung schuldig. Ein 26-jähriger Autofahrer wurde wegen Unfallflucht zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der Unfallfahrer habe sich ein Rennen mit dem Mitangeklagten Mann liefern wollen, sagte der Richter dem WDR zufolge in seiner Urteilsbegründung. Den für eine Mordanklage notwendigen Tötungsvorsatz konnte das Gericht demnach aber nicht erkennen.

Vor Gericht räumte der Unfallfahrer ein, viel zu schnell gefahren zu sein. Er bestritt aber, sich mit anderen Fahrern ein Rennen geliefert zu haben. Zwei weitere Autofahrer hatten im Prozess beteuert, nicht mitgehalten zu haben und vor dem Unfall aus dem Kräftemessen ausgestiegen zu sein.

Der Fußgänger war im Juni 2017 in der Stadt vom Wagen des Rasers erfasst worden. Der Mann hatte noch gebremst. Dennoch erfasste er das Opfer mit seinem Wagen bei Tempo 80 - in einer Tempo-40-Zone. Der Fußgänger wurde durch die Luft geschleudert und am Kopf tödlich verletzt.

In Berlin waren im Februar 2017 zwei Männer nach einem tödlichen Autorennen auf dem Ku'damm in einem spektakulären Prozess sogar wegen Mordes verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung jedoch auf - derzeit wird der Fall erneut vor dem Berliner Landgericht verhandelt.

Im Video: Illegale Raserei in Berlin - Straßenrennen mit Todesfolge

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Inzwischen umfasst das Strafgesetzbuch eine Norm, die für verbotene Autorennen mit tödlichem Ausgang bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe vorsieht. Sie trat jedoch erst nach den Fällen in Berlin und Mönchengladbach in Kraft.

apr/dpa



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