Übergriff in Fanzug "Falsche Prioritäten"

Ein wegen Vergewaltigung vorbestrafter Mann soll sich in einer Zugtoilette an einer jungen Frau vergangen haben. Nun hat das zuständige Landgericht Fehler eingeräumt.

Polizisten am Sonderzug in Mönchengladbach
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Polizisten am Sonderzug in Mönchengladbach


Im Fall des Mannes, der in einem Sonderzug voller Fußballfans eine 19-Jährige vergewaltigt haben soll, hat die zuständige Justizbehörde Fehler eingeräumt. "Nach vorläufiger Bewertung dieser Abläufe wurden bei der Bearbeitung der Akte durch das Amtsgericht falsche Prioritäten gesetzt", erklärte das Landgericht Mönchengladbach in einer Stellungnahme. Der Tatverdächtige war bereits wegen einer Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt, saß aber noch nicht in Haft.

Das Amtsgericht hätte die Akte bereits im Januar bei der Staatsanwaltschaft vorlegen sollen, um die Vollstreckung des Urteils zu ermöglichen. Die Prüfung von angemeldeten Anwaltskosten und auch die Bearbeitung eines Opferentschädigungsantrags hätten dagegen zurückgestellt werden sollen.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hatte den Verdächtigen am 13. April 2016 wegen Vergewaltigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Das Landgericht bestätigte das Urteil auf Berufung des Verurteilten hin am 22. Mai 2017. Die dagegen eingelegte Revision des Verurteilten hat das Oberlandesgericht Düsseldorf mit Beschluss vom 29. November 2017 verworfen, hieß es.

Der Tatverdächtige hatte sich am Montag in einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen gestellt. Er hatte laut Staatsanwaltschaft kurz zuvor eine Ladung zum Haftantritt wegen eines anderen Urteils aus dem Jahr 2014 erhalten. (Mehr zu dem Fall lesen Sie hier.)

bbr/dpa

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