Flüchtlingsunterkunft bei Rostock Unbekannte werfen Molotowcocktails auf Asylbewerberheim

Mehrere Täter haben zwei Brandsätze auf eine Flüchtlingsunterkunft in Mecklenburg-Vorpommern geworfen. Das Gebäude fing jedoch kein Feuer, verletzt wurde niemand. Ermittler prüfen, ob die Tat politisch motiviert war.


Groß Lüsewitz - In dem Gebäude leben acht Familien aus mehreren Ländern: In Mecklenburg-Vorpommern haben Unbekannte zwei Brandsätze auf ein Asylbewerberheim in der Nähe von Rostock geworfen. Gegen 0.50 Uhr in der Nacht zu Sonntag schleuderten die Täter laut Polizei zwei mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Bierflaschen gegen die Wand der Unterkunft in Groß Lüsewitz, etwa 15 Kilometer östlich von Rostock.

Das Gebäude geriet nicht in Brand, das Feuer erlosch von selbst, verrußte aber die Hauswand. Menschen seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen, teilte die Polizei mit. Mehrere Streifenwagen suchten nach den Tätern, die Fahndung blieb bislang erfolglos. Nun wird wegen versuchter Brandstiftung ermittelt - und geprüft, ob die Tat politisch motiviert war.

An der Einrichtung in Groß Lüsewitz war es bereits im vergangenen Jahr zu einem Vorfall gekommen. Am 12. Dezember 2013 wurden ein Hakenkreuz und die Worte "Der Bock wird brennen" auf das Haus geschmiert. Inzwischen hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Ein 30-jähriger Landwirt aus Rostock hat demnach gestanden, für die Schmierereien verantwortlich zu sein. Als Tatmotiv gab er an, Frust bei der Arbeit gehabt zu haben. Zuvor war der Mann polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

ulz/dpa

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