Mord mit Armbrust: Ex-Soldat muss lebenslang ins Gefängnis

Ein Bundeswehrsoldat wollte nicht in den Afghanistan-Krieg ziehen, er desertierte, begann eine Raubserie und wurde zum Mörder. Ein Fall wie "Bonnie und Clyde", sagt das Landgericht Weiden - und verurteilt den 23-Jährigen zu lebenslanger Haft. Seine Freundin muss ebenfalls ins Gefängnis.

Weiden - Fast ein Jahr nach der tödlichen Armbrustattacke auf einen Rentner ist ein desertierter Bundeswehrsoldat wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht im bayerischen Weiden stellte zudem eine besondere Schwere der Schuld fest - damit kann der 23-Jährige nicht schon nach 15 Jahren Haft entlassen werden.

Der Angeklagte habe mit seiner ein Jahr älteren Freundin eine Raubserie wie die von "Bonnie und Clyde" geplant, um auswandern zu können, sagte der Vorsitzende Richter. Die Frau wurde wegen Beihilfe zum Mord und anderer Delikte zu 13 Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Sie hatte bei der Bluttat Schmiere gestanden. Beide Verteidiger kündigten noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen.

Der Ex-Soldat hatte im Januar in Weiden dem 66-jährigen Opfer mit einer Armbrust in den Rücken geschossen und ihn anschließend mit mindestens 21 Messerstichen getötet - um ihn ausrauben zu können. Dazu sei es nur deshalb nicht gekommen, weil die Täter unter Schock standen, so das Gericht. Die Freundin des Soldaten hatte ihm die Armbrust gereicht. Wenige Tage vor der tödlichen Attacke hatte sie mit einem gefälschten Überweisungsauftrag 3000 Euro ergaunert.

"Der 23-Jährige ist fahnenflüchtig geworden, weil er Angst hatte, als Bundeswehrsoldat nach Afghanistan geschickt zu werden", so der Richter. Der Mann war Panzergrenadier im niederbayerischen Regen. Um genügend Geld für die Flucht zu bekommen, habe das Pärchen eine Raubserie geplant. "Daraus ist dann ein blutiges Geschäft geworden", sagte der Richter.

Nach der Bluttat setzte sich das Duo zunächst nach Berlin und anschließend ins Ausland ab. Auf dem Flughafen der Kanareninsel Fuerteventura wurden beide schließlich festgenommen.

wit/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Kriminalität
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite