Mordserie von Krankenpfleger Neue Durchsuchungen im Fall Niels Högel

Ex-Krankenpfleger Niels Högel wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Zusammenhang mit seiner Mordserie hat die Polizei nun Diensträume und die Wohnung eines Mitarbeiters des Klinikums Oldenburg durchsucht.

Niels Högel (Archiv)
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Niels Högel (Archiv)


Im Fall des verurteilten Patientenmörders Niels Högel hat es am Mittwoch neue Durchsuchungen im Klinikum Oldenburg gegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft hätten Diensträume und die Privatwohnung eines Mitarbeiters durchsucht, sagte ein Polizeisprecher. Papierunterlagen und Speichermedien seien sichergestellt worden.

Zunächst hatte die "Nordwest-Zeitung" über den Einsatz berichtet. Inzwischen wird nach Angaben des Polizeisprechers gegen fünf ehemalige verantwortliche Mitarbeiter des Oldenburger Krankenhauses wegen Totschlags durch Unterlassen ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft hat Högel wegen Mordes in 98 Fällen angeklagt, für die er ab Oktober erneut vor Gericht steht. Für sechs Taten musste sich der Ex-Pfleger bereits vor Gericht verantworten, er sitzt seitdem im Gefängnis - wegen Mordes wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Högel hatte seinen Patienten zwischen 2000 und 2005 eigenmächtig Medikamente gespritzt, die tödliche Nebenwirkungen hatten. Anschließend versuchte er, seine Opfer wiederzubeleben, um sich vor Kollegen als Held zu inszenieren (mehr zum "Jahrhundertmörder" lesen Sie hier). Lange Zeit hatte Högel nur die sechs Taten eingeräumt, für die er in zwei Prozessen verurteilt worden war. Inzwischen hat er auch die übrigen Morde weitgehend gestanden.

aar/dpa

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