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29. Dezember 2012, 11:06 Uhr

Rekordtief bei Tötungsdelikten

Nur 414 Morde in New York - Polizei erleichtert

Ein Tag, an dem niemand erstochen, erschossen oder sonstwie umgebracht wurde? Rein rechnerisch gab es das in New York 2012 nicht. 414 Morde wurden bisher in diesem Jahr gezählt. Die Polizei feiert das trotzdem als Erfolg, denn die Mordrate ist so niedrig wie lange nicht.

New York - Die Zahl der Morde in der US-Metropole New York ist dieses Jahr auf ein Rekordtief gefallen. 414 ermordete Menschen seien bisher gezählt worden, berichteten die Behörden am Freitag. Das seien ein Fünftel weniger als 2011 und so wenige wie nie zuvor seit Beginn der Mordstatistik 1963.

"Die sicherste große Stadt in Amerika ist sicherer als je zuvor", teilte Bürgermeister Michael Bloomberg mit. Das sei dem großen Einsatz der Sicherheitskräfte zu verdanken. Außerdem habe die Stadt sehr viel getan, um Schießereien zu verhindern. Die Polizei setzt unter anderem darauf, Verdächtige anzuhalten und zu durchsuchen.

Es gab in New York dieses Jahr 1353 Schießereien. Schusswaffen sind weiterhin die häufigsten Tatwaffen: Die meisten Menschen, die gewaltsam ums Leben kamen, wurden erschossen. Pro Jahr beschlagnahme die Polizei 8000 Waffen, jede zehnte davon eine illegale Handfeuerwaffe, sagte der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly.

Mehr als drei Jahrzehnte lang als vermisst gegolten

In den siebziger bis neunziger Jahren war die Mordrate in der Stadt wesentlich höher: 1990 wurden 2245 Menschen umgebracht - etwa sechs am Tag. Im November dieses Jahres registrierte die Polizei hingegen sogar einen Tag ganz ohne Gewaltverbrechen. Zum Vergleich: In Deutschland registrierte die Polizei im Jahr 2011 insgesamt 323 Morde und 400 versuchte Morde.

Die New Yorker Behörden verwiesen auf andere große US-Städte, die wesentlich unsicherer seien. Wenn man zum Beispiel die Mordrate von Detroit mit der Einwohnerzahl von New York multiplizieren würde, hätte New York dieses Jahr fast 4400 Morde verzeichnet.

14 der 414 Morde seien bereits in vergangenen Jahren geschehen, aber erst 2012 in die Statistik aufgenommen worden, berichtete die "New York Times". So habe ein sechsjähriger Junge mehr als drei Jahrzehnte lang als vermisst gegolten, bis dieses Jahr nun endlich ein Mann für den Mord verurteilt wurde.

Die Zahl der Diebstähle sei leicht angestiegen, schreibt die Zeitung. Das liege daran, dass mehr iPhones und andere Apple-Geräte gestohlen worden seien. Die Diebstähle von Dingen, die nicht von der Computerfirma Apple stammten, sei gesunken, sagte Kelly.

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