Nach "Aktenzeichen XY... ungelöst": Wichtige Zeugin sagt im Mordfall Bögerl aus
Erfolg nach "Aktenzeichen XY... ungelöst": Im Mordfall Maria Bögerl hat sich eine Zeugin gemeldet, die dringend gesucht wurde. Die Taxifahrerin hat die im Mai 2010 entführte und später getötete Heidenheimer Bankiersfrau in Stuttgart herumgefahren.
Heidenheim - Was hat es mit der Taxifahrt auf sich, die Maria Bögerl im März 2010 vom Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem Arzt unternahm? Die Polizei erhofft sich von der Taxifahrerin Erkenntnisse darüber, ob die zwei Monate später entführte und später getötete Heidenheimer Bankiersfrau womöglich über Wochen vom mutmaßlichen Täter ausspioniert worden war.
Dass die Ermittler die Frau überhaupt befragen können, ist das Ergebnis eines öffentlichen Appells im Fernsehen. Die Polizei hatte am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" in einem knapp 30-minütigen Beitrag einen Aufruf gestartet, die Taxifahrerin möge sich melden.
Das hat die Frau inzwischen getan. Sie gilt als wichtige Zeugin. Über ihre Aussage allerdings schwieg der Sprecher der Landespolizei, Frank Buth, am Freitag. Er sagte nur: "Jede Erkenntnis bringt uns weiter."
Maria Bögerl war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus im schwäbischen Heidenheim verschleppt worden. Ein Unbekannter forderte telefonisch 300.000 Euro Lösegeld, doch die Übergabe scheiterte. Bögerl wurde drei Wochen später in einem Wald in Baden-Württemberg tot aufgefunden. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur.
Nach der Sonderausgabe der ZDF-Sendung gingen knapp 300 Hinweise ein, wie Sprecher Buth sagte. Unter den Hinweisen seien auch solche, die konkrete Ermittlungsansätze für die Sonderkommission "Flagge" beinhalteten. Viele Tipps beziehen sich dem Sprecher zufolge vor allem auf das Tatmesser und die gefundenen Handschellen.
Nach Angaben der Polizei wurde Maria Bögerl mit zahlreichen Messerstichen getötet. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter und mögliche Komplizen aus der Region nordöstlich von Heidenheim stammen.
Maria Bögerls Ehemann, Ex-Sparkassenchef Thomas Bögerl, geriet zwischenzeitlich unter Tatverdacht. Er nahm sich ein Jahr nach dem Tod seiner Frau das Leben. Die Kinder des Ehepaars Bögerl kritisierten im "Stern" die ihrer Meinung nach chaotische und planlose Ermittlungsarbeit der Polizei scharf.
Bislang ging die Polizei insgesamt 9500 Spuren und Tipps nach. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von insgesamt 20.000 Euro ausgesetzt. Hinweise können anonym über die Internetseite der Sonderkommission bei der Landespolizeidirektion Stuttgart abgegeben werden.
jjc/dpa
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