Mordfall Maria Bögerl Polizei plant Massengentest

Die Bankiersgattin Maria Bögerl wurde im Jahr 2010 entführt, eine Lösegeldübergabe scheiterte, Bögerl wurde später tot aufgefunden. Bis heute fehlt jede Spur zu den Tätern. Nun setzen die Ermittler auf einen Massen-DNA-Test.

Maria Bögerl (Polizeifoto): Im Juni 2010 wurde ihre Leiche entdeckt
DPA/ Polizei

Maria Bögerl (Polizeifoto): Im Juni 2010 wurde ihre Leiche entdeckt


Stuttgart - Seit rund dreieinhalb Jahren suchen die Ermittler nach dem Mörder oder den Mördern von Maria Bögerl. Bis heute fehlt jede Spur. Mehrfach wurde bereits ein großangelegter DNA-Test in der Bevölkerung in Erwägung gezogen, doch der Personenkreis konnte nie so weit eingegrenzt werden, dass ein Richter dem zustimmte. Nun soll es so weit sein: "Ja, der Beschluss für den Massentest liegt vor", bestätigte Staatsanwalt Armin Burger aus Ellwangen SPIEGEL ONLINE.

Auf der Suche nach dem oder den Tätern wird die Soko "Flagge" ab Mitte Februar eine bestimmte Zielgruppe auffordern, eine Speichelprobe abzugeben. Ins Raster der Fahnder fallen alle männlichen Personen, die zwischen dem 1. Januar 1945 und dem 31. Dezember 1992 geboren wurden und zwischen dem 1. Januar 2010 und Ende Oktober 2013 im Raum Neresheim und Dorfmerkingen (Ostalbkreis) wohnhaft waren. Das sind insgesamt rund 3000 Personen.

"Die Abgabe ist freiwillig", betont Burger von der Staatsanwaltschaft Ellwangen, "es gibt keinen Zwang, sich an dem Test zu beteiligen." Wie genau alle Personen angesprochen werden sollen, werde derzeit noch erarbeitet.

Maria Bögerl, die Ehefrau des Heidenheimer Sparkassenchefs, war im Mai 2010 aus ihrem Haus entführt worden. Ein Unbekannter forderte telefonisch 300.000 Euro Lösegeld, doch die Übergabe scheiterte. Bögerls Leiche wurde Wochen später in einem Waldstück gefunden. Im Auto Bögerls hatte die Polizei DNA-Spuren entdeckt, die sich bislang nicht hatten zuordnen lassen.

Immer wieder war davon die Rede, dass die Sonderkommission im Fall Bögerl aufgrund mangelnder Spurenlage aufgelöst werden könnte. Im Zuge des Massengentests wird die Soko "Flagge" nun jedoch aufgestockt. In Zukunft werden statt bisher elf sogar 19 Beamte in Göppingen an dem Mordfall arbeiten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, zur Zielgruppe der Fahnder gehörten unter anderem männliche Personen, die im Raum Neuenheim wohnhaft waren. Es handelt sich jedoch um den Raum Neresheim. Wir haben dies korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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