Hamburg - Es ist nur eine sehr vage Spur: Knapp ein Jahr nach der Entführung und Ermordung der Bankiersgattin Maria Bögerl in Heidenheim ist bei Budweis in Tschechien der deutsche Chef einer Rockerbande festgenommen worden. Das Bandido-Mitglied soll an der Entführung einer Frau aus Österreich beteiligt gewesen sein. Diese scheiterte jedoch, die Ehefrau eines Bankangestellten überlebte die Tat.
Aufgrund der Parallele zum Fall Bögerl haben sich die österreichischen Ermittler an ihre deutschen Kollegen gewandt. Doch in Heidenheim zeigte man sich entspannt. "Das ist keine heiße Spur. Bislang gibt es keinerlei Erkenntnisse, dass dieser Mann mit dem Tötungsdelikt Bögerl etwas zu tun hat", sagte der Sprecher der Polizei Heidenheim am Freitag SPIEGEL ONLINE. "Die einzige Verbindung ist die, dass der Mann ebenfalls versucht haben soll, in Österreich eine Bankiersgattin zu entführen."
Wegen der versuchten Entführung im oberösterreichischen Buchberg im September 2010 beantragt das österreichische Bundeskriminalamt die Auslieferung des 55-Jährigen. Der Mann sitzt einem Sprecher zufolge nun in Auslieferungshaft in Prag. Der Deutsche sei bei den Bandidos als "Mann fürs Grobe" bekannt.
"Wir haben die Ermittlungen aufgenommen", so der Sprecher der Heidenheimer Polizei. Das Alibi des Festgenommenen für die Entführung und den Mord an Maria Bögerl werde überprüft. "Erst dann können wir hundertprozentig ausschließen, dass er nichts mit dem Fall zu tun hat."
Die Frau des Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 gekidnappt worden. Eine Lösegeldübergabe war gescheitert. Ihre Leiche wurde am 3. Juni in einem Waldstück von einem Spaziergänger gefunden.
jjc
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