Mordfall Maria Bögerl: Hunderte neue Hinweise nach TV-Fahndung

Das gab es bei "Aktenzeichen XY" noch nie: In einer Sonderausgabe wurden knapp 30 Minuten Sendezeit einem einzigen Fall gewidmet - dem Mord an der Bankiersgattin Maria Bögerl. Das ZDF verbuchte eine Top-Quote, die Ermittler bekamen mehr als 200 Hinweise.

Ein Polizist hängt ein Foto von Bögerl und ihrem Auto auf (Archivbild): 200 Hinweise Zur Großansicht
dapd

Ein Polizist hängt ein Foto von Bögerl und ihrem Auto auf (Archivbild): 200 Hinweise

Heidenheim - 2010 wurde die Leiche der entführten und ermordeten Bankiersfrau Maria Bögerl in einem Wald in Baden-Württemberg gefunden, vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Doch nun gibt es mehr als 200 neue Hinweise. Grund ist eine Sonderausgabe der Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst": Dabei wurde 26 Minuten lang - fast die Hälfte der Sendezeit - über den Mordfall Bögerl berichtet. Anhand aktueller Ermittlungsergebnisse rekonstruierten die Ermittler den Fall von der Entführung bis zum Fund der Leiche.

Daraufhin gingen bis Donnerstagmittag mehr als 200 Hinweise ein. "Ob und wie weit sich daraus eine heiße Spur ergibt, wird sich zeigen", sagte ein Polizeisprecher. Das könne Tage, aber auch Wochen dauern. Unter den Hinweisen seien auch solche, die konkrete Ermittlungsansätze für die Sonderkommission "Flagge" beinhalteten. Die Tipps beziehen sich dem Sprecher zufolge vor allem auf das Tatmesser und die gefundenen Handschellen. "Auch nach mehr als zwei Jahren zeigt sich, dass die Leute noch immer mithelfen wollen."

Nach ZDF-Angaben war die Fahndungssendung mit einem Marktanteil von 19,7 Prozent die am häufigsten eingeschaltete Sendung zwischen 19 und 23 Uhr. 5,85 Millionen Menschen sahen zu. Zum ersten Mal in der Geschichte des ZDF-Klassikers wurde ein so langer Einspieler gezeigt. "Um dem Fall Bögerl gerecht zu werden, kann man ihn nicht in zehn Minuten darstellen", erklärte dazu "XY"-Chefredakteurin Ina-Maria Reize.

Maria Bögerl war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus im schwäbischen Heidenheim verschleppt worden. Ein Unbekannter forderte telefonisch 300.000 Euro Lösegeld, doch die Übergabe scheiterte. Bögerl wurde drei Wochen später tot aufgefunden. Nach Angaben der Polizei wurde sie mit zahlreichen Messerstichen getötet. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter und mögliche Komplizen aus der Region nordöstlich von Heidenheim stammen.

Maria Bögerls Ehemann, Ex-Sparkassenchef Thomas Bögerl, geriet zwischenzeitlich unter Tatverdacht. Er nahm sich ein Jahr nach dem Tod seiner Frau das Leben. Die Kinder des Ehepaars Bögerl kritisierten im "Stern" die ihrer Meinung nach chaotische und planlose Ermittlungsarbeit der Polizei scharf.

Bislang ging die Polizei insgesamt 9500 Spuren und Tipps nach. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von insgesamt 20.000 Euro ausgesetzt. Noch bis Freitag um 14 Uhr ist eine extra eingerichtete kostenlose Nummer (0800/503 503 533) der Polizei freigeschaltet. Zudem können Hinweise anonym über die Internetseite der Sonderkommission bei der Landespolizeidirektion Stuttgart abgegeben werden.

aar/dpa/dapd/AFP

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