Mordplan per SMS Angeklagte sprechen von "Rollenspiel"

Sie sollen per SMS verabredet haben, zwei Frauen und ein Mädchen zu entführen, zu missbrauchen und dann zu töten: Zum Prozessauftakt gestanden die drei Angeklagten Besitz und Verbreitung von Kinderpornos - taten die anderen Vorwürfe aber als "Spinnereien" und "Rollenspiel" ab.


Ellwangen - Wegen einer makabren Verabredung zu Missbrauch und Mord müssen sich seit Montag drei Männer vor dem Landgericht Ellwangen (Baden-Württemberg) verantworten. Laut Anklage sollen sich die aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands stammenden Männer per SMS verabredet haben, zwei Frauen samt kleiner Tochter zu entführen, zu missbrauchen und dann zu töten.

Zwei der drei Angeklagten bestritten zum Prozessauftakt jedoch, die Pläne ernsthaft verfolgt zu haben. "Das waren alles Spinnereien, die für mich zum Rollenspiel dazugehören", sagte ein 54 Jahre alter Mann aus Eitorf in Westfalen. Auch ein gleichaltriger Angeklagter aus München hat nach eigener Aussage nie vorgehabt, die Tat zu verwirklichen. Der mutmaßliche Ideengeber, ein 41-Jähriger aus Heidenheim, schwieg.

Alle drei räumten allerdings ein, kinder- und jugendpornografische Bilder sowie Videos besessen und verbreitet zu haben. Die Männer waren Ende Juni festgenommen worden. Sie hatten sich in einem SMS-Chat eines privaten Fernsehkanals kennengelernt. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt.

siu/dpa



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