Mordserie von Krankenpfleger Anklage gegen weitere Klinikmitarbeiterin zugelassen

Wegen der Mordserie des Krankenpflegers Niels Högel muss sich eine weitere Klinikmitarbeiterin vor Gericht verantworten. Die Anklage gegen eine stellvertretende Stationsleiterin wurde zugelassen.

Teil des früheren Klinikums Delmenhorst (Archiv)
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Teil des früheren Klinikums Delmenhorst (Archiv)


Die Mordserie des früheren Krankenpflegers Niels Högel hat auch für einige seiner damaligen Kollegen juristische Konsequenzen. Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg ließ nun im Zusammenhang mit den Morden am früheren Klinikum Delmenhorst eine weitere Anklage gegen eine stellvertretende Stationsleiterin zu. Sie muss sich neben zwei Ärzten und dem Leiter der Intensivstation vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Das OLG kam mit seiner Entscheidung in Teilen einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft nach und änderte eine Entscheidung der Vorinstanz. Anders als diese sahen die Richter am OLG nun auch bei ihr "hinreichenden Tatverdacht" für ein Verfahren. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Rechtsmittel sind nicht möglich.

Die vier Angeklagten sind zum Teil ehemalige Mitarbeiter der Klinik, des heutigen Josef-Hospitals Delmenhorst. Ihnen wird vorgeworfen, trotz Verdachtsmomenten nicht eingeschritten zu sein. Die Anklage lautet auf Tötung durch Unterlassen. In Delmenhorst soll Högel einen Großteil der ihm insgesamt zur Last gelegten etwa hundert Morde begangen haben.

Serienmord eines Krankenpflegers

Bei den Vorwürfen gegen die Angeklagten geht es um eine vergleichsweise kleine Zahl von Taten zwischen Anfang Mai und Ende Juni 2005. Das war kurz vor der Entlassung und Festnahme Högels. Die ihm zur Last gelegte Mordserie begann nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler schon im Jahr 2000 an einem Krankenhaus in Oldenburg. Auch gegen Verantwortliche dieser Klinik wird ermittelt, es kam bislang aber nicht zu Anklagen.

Högel ist inzwischen wegen mehrerer Morde und Mordversuche rechtskräftig verurteilt und verbüßt eine lebenslange Gefängnisstrafe. Derzeit wird ein dritter Prozess gegen ihn vorbereitet, in dem es um weitere 97 Taten geht. Diese konnten ihm erst später durch aufwendige Ermittlungen einer Sonderkommission nachgewiesen werden.

wit/dpa/AFP

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