Zerstückelte Leiche Verteidigung fordert Freispruch für LKA-Mitarbeiter

Ein LKA-Mitarbeiter ist des Mordes angeklagt - weil er in seiner Pension im Osterzgebirge einen Mann getötet und die Leiche zerstückelt haben soll. Die Schuldfrage sei ungeklärt, argumentiert hingegen die Verteidigung.

Angeklagter Detlev G.: Verteidigung fordert Freispruch
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Angeklagter Detlev G.: Verteidigung fordert Freispruch


Dresden - Weil er einen 59 Jahre alten Geschäftsmann aus Hannover umgebracht und anschließend zerstückelt haben soll, steht ein sächsischer LKA-Mitarbeiter seit März 2013 vor Gericht. Die Anklage wirft ihm Mord vor - das hat die Verteidigung nun in ihrem Plädoyer zurückgewiesen und Freispruch gefordert.

Die einzige Antwort auf die Frage, ob sich der 59-Jährige am 4. November 2013 selbst tötete oder ermordet wurde, sei: "Wir wissen es nicht", sagte Rechtsanwalt Endrik Wilhelm im Landgericht Dresden. Der Mann habe sterben wollen, um geschlachtet und einverleibt zu werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den wegen Mordes und Störung der Totenruhe angeklagten Kriminalisten zehn Jahren und sechs Monate Haft gefordert.

Der Angeklagte und sein Opfer hatten sich auf einer Kannibalen-Seite im Internet kennen gelernt. Für Kannibalismus fanden die Ermittler aber keine Beweise. Bereits Stunden vor der Tat hatte der LKA-Beamte in einem Video ein "Schlachtfest" angekündigt.

Der Angeklagte hatte bei seiner Festnahme zunächst angegeben, den Mann umgebracht zu haben. Später widerrief er diese Aussage und sprach von Selbsttötung. Am Ende der Beweisaufnahme im Prozess betonte er, dass er das Opfer anders als verabredet nicht habe töten können und dieser sich selbst in eine Schlinge habe fallen lassen.

kis/dpa

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