Gefälschte Todesanzeige: Polizei fasst mutmaßlichen Stalker

Die Polizei in München hat einen Mann gefasst, der eine 17-Jährige monatelang mit Anrufen und SMS belästigt haben soll. Offenbar kannte er sein Opfer aus einem beruflichen Zusammenhang. Er hat sogar eine Anzeige aufgegeben, die den Tod der Frau verkündete.

München - Nach einer gefälschten Todesanzeige für eine 17 Jahre alte Jugendliche aus Ismaning hat die Polizei den mutmaßlichen Stalker gefasst. Die Polizei in München bestätigte entsprechende Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR). Gegen den 43-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen, wie die Polizei in München mitteilte.

Die 17-Jährige soll von dem Verdächtigen seit Monaten mit Anrufen und SMS belästigt worden sein. Vor rund einer Woche soll der Mann sogar eine Todesanzeige für die Jugendliche haben schalten lassen. Auch danach sollen laut BR Drohungen auf dem Handy der Jugendlichen eingegangen sein.

Nach Informationen des Senders ist das Motiv des Mannes noch unklar. Um verschmähte Liebe gehe es vermutlich nicht, vielmehr habe sich der Stalker gezielt das Mädchen als Opfer von Quälereien ausgesucht, hieß es. Dem Bericht zufolge soll er früher beruflich mit der Jugendlichen zu tun gehabt haben.

Die Polizei bestätigte, dass der Tatverdächtige aus dem Umfeld seines Opfers komme. Nach der Festnahme wurde die Wohnung des 43-Jährigen durchsucht. Dabei stellten die Beamten Beweismaterial sicher. Dem Mann droht eine mehrjährige Haftstrafe. Er sei sehr trickreich vorgegangen, sagte Kriminaloberkommissar Marco Müller. Nur weil er einen Fehler gemacht und einmal seine persönlichen Daten angegeben habe, konnte der Mann gefasst werden. Der Verdächtige war den Angaben zufolge 2006 und 2010 bereits zweimal wegen Belästigungen angezeigt, aber nicht strafrechtlich belangt worden.

Die Todesanzeige war in der "Süddeutschen Zeitung" erschienen. Einen Tag nach dem Abdruck berichtete das Blatt, dass es sich um einen Betrüger handelte und stellte richtig: "Steffi lebt." Die Anzeigenabteilung gab an, dass der mutmaßliche Täter "offensichtlich mit hoher krimineller Energie vorgegangen" sei. Er soll sich als Vater des Teenagers ausgegeben haben.

ulz/dpa/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Stalking
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback