München: Polizist schlägt Frau mit Faust ins Gesicht

War es Notwehr oder unverhältnismäßige Gewalt? In München hat ein Polizist eine 23-Jährige geschlagen - um sich zu wehren, sagt er. Ob das stimmt, sollen nun Ermittlungen klären.

München - Ein Münchner Polizist hat einer jungen Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die 23-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Bei dem Schlag soll ihr Nasenbein gebrochen sein, außerdem wurde die Frau an der Augenhöhle verletzt. Der Vorfall ereignete sich bereits im Januar, wurde aber erst jetzt bekannt.

Die Frau habe auf der Polizeiinspektion um sich getreten und dem Beamten ins Gesicht gespuckt, teilte die Polizei am Dienstag in München mit. Als sie mit ihrem Kopf nach dem Polizisten stieß, versetzte dieser ihr den Faustschlag - so habe es der Beamte geschildert. Der Mann - "ein erfahrener Beamter" - gab an, aus Notwehr gehandelt zu haben. Vom Dienst suspendiert wurde er nicht. "Nach derzeitigen Ermittlungen ist eine Notwehr dem Polizisten nicht abzusprechen", sagte ein Polizeisprecher.

Ermittlungen sollen nun klären, ob der Polizist in Notwehr handelte. Die beteiligten Beamten vermuten, dass die Frau Drogen genommen hatte. Der Anwalt der Frau erstattete Anzeige. Er sprach laut Polizei von zwei Faustschlägen ins Gesicht seiner Mandantin - dabei sei sie gefesselt gewesen.

Die Frau hatte wegen eines Streits mit ihrem Freund die Polizei verständigt. Um die Situation zu klären, wurden die beiden aufs Revier gefahren. Während der Fahrt rastete die Frau nach Polizeiangaben aus und wurde gefesselt. Gegen sie laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Die Landtags-SPD forderte das Innenministerium auf, den Vorfall umgehend aufzuklären. An eine Notwehrsituation glaubt der SPD-Rechtspolitiker Florian Ritter nicht: "Dafür sind die Verletzungen zu schwer."

wit/dpa

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