München Scientologin darf weiter Kinder betreuen

Eine Scientologin, die in München als Tagesmutter arbeitet, darf ihrer Arbeit vorerst weiter nachgehen, wenn sie ihre Ideologie aus der Erziehung der Kinder heraushält. Dies hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden.


München - Die 38-jährige Scientologin darf zunächst für ein Jahr weiter in der Tagespflege tätig sein, teilte das Gericht mit. Sie habe sich verpflichtet, weder scientologische Methoden zu verwenden noch solche Inhalte zu vermitteln. Außerdem muss sie die Eltern der ihr anvertrauten Kinder über ihre Mitgliedschaft aufklären und sich an die Auflagen des Jugendamtes halten. Die Tagesmutter hatte glaubhaft gemacht, dass die Lehre von Scientology für sie bei der Kinderbetreuung keine Rolle spielt.

Die Münchner Behörde hatte laut "Süddeutsche Zeitung" vom geschiedenen Ehemann der Frau von deren Zugehörigkeit bei der Organisation erfahren. Das Amt wollte der Scientologin die Tagespflegeerlaubnis entziehen.

Scientology wird in Bayern, wie in den meisten anderen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet. Im Februar 2008 hatte das Münchner Schulamt einer Kindertagesstätte die Erlaubnis entzogen. Die Behörde hatte vom Verfassungsschutz einen Hinweis bekommen, dass alle Mitglieder des Trägervereins der Kita Mitglieder bei Scientology seien. Zur Begründung hieß es damals, die inhaltlichen und methodischen Grundsätze von Scientology widersprächen vor allem dem Recht des Kindes auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.

ada/dpa

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