München - Um sie zu bestrafen, soll eine Münchnerin ihrer sechs Jahre alten Stieftochter siedend heißes Wasser in den Schoß geschüttet haben. Das Mädchen wurde lebensbedrohlich verletzt - und laut Polizei trotzdem erst nach fünf Tagen in eine Klinik gebracht.
Bevor der leibliche Vater das Kind am 9. Mai ins Krankenhaus eingeliefert habe, habe es zu Hause ein Martyrium durchlitten, so ein Polizeisprecher. Vor allem die Oberschenkel waren demnach von der heißen Flüssigkeit so stark verletzt worden, dass eine Hauttransplantation erforderlich war. Nach Polizeiangaben seien möglicherweise weitere Operationen nötig.
Der 41-jährige Vater des Mädchens, der mit der 22-jährigen Stiefmutter verheiratet ist, gab im Krankenhaus an, seine Tochter habe einen Topf mit Nudelwasser vom Herd gezogen und sich dabei verbrüht. Die Ermittlungen zeigten aber, dass die Verletzungen nicht auf diese Weise entstanden sein konnten.
Außerdem fanden die Ärzte Narben von weiteren Verletzungen, die nach ersten Ermittlungen teilweise ebenfalls von Brandwunden stammten. Das Kind vertraute sich darüber hinaus einem Zeugen an.
Der Vater und die Stiefmutter des Kindes wurden am Freitag festgenommen. Die Polizei teilte am Dienstag mit, dass sich die Eltern in Untersuchungshaft befänden, das Amtsgericht erließ Haftbefehl gegen sie. Um das verletzte Mädchen und ein gemeinsames Kind der Eheleute, das unverletzt ist, kümmert sich das Jugendamt.
tro/dpa
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