Streit um Unterhalt Vater muss für ungewolltes Kind zahlen

Eine Frau fälschte die Unterschrift ihres Ex-Mannes, um sich künstlich befruchten zu lassen. Der Mann wollte daraufhin von den Unterhaltspflichten freigestellt werden - und ist vor Gericht gescheitert.

Künstliche Befruchtung (Symbolbild)
DPA

Künstliche Befruchtung (Symbolbild)


Ein Mann, dessen Ex-Frau sich ohne seine Zustimmung befruchtete Eizellen einsetzen ließ und schwanger wurde, muss Unterhalt für das ungewollte Kind zahlen. Das hat die Arzthaftungskammer des Landgerichts München I entschieden und die Klage des Mannes abgewiesen, der sich von den Unterhaltspflichten hatte freistellen lassen wollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az.: 9 O 7697/17).

Vor etwa fünf Jahren hatte das damalige Ehepaar Eizellen der Frau in einer Praxis entnehmen, befruchten und einfrieren lassen. Der Mann hatte dem Eingriff schriftlich zugestimmt. Kurz darauf trennte sich das Paar jedoch wegen Beziehungsproblemen. Die Frau hielt an ihrem Kinderwunsch fest und fälschte die Unterschrift des Mannes, um sich die Eizellen einpflanzen zu lassen.

Ein erster Versuch blieb erfolglos, ein zweiter mehrere Monate später - erneut mit gefälschter Unterschrift - führte zur Schwangerschaft und zur Geburt eines Sohnes. Der Mann wollte für das Kind nicht zahlen - stattdessen wollte er die Praxis verpflichtet sehen, den Unterhalt zu übernehmen.

Nach Ansicht der Richter hatte er seine zunächst erteilte Einwilligung aber nicht eindeutig genug widerrufen. Die Ärzte hätten keinen Anlass gehabt, an der Echtheit der Unterschrift zu zweifeln - zumal ja die anfängliche schriftliche Zustimmung vorgelegen habe.

Der Kläger hatte nach Angaben des Gerichts im Prozess vorgetragen, dass er am Telefon gegenüber einer Praxis-Angestellten schon vor dem ersten Versuch seine ursprüngliche Einwilligung zum Transfer der Eizellen widerrufen habe. Das Telefonat, so argumentiert das Gericht, habe aber keinen eindeutigen Inhalt gehabt. Der Mann habe sein Einverständnis auch in der folgenden Zeit nicht schriftlich oder nochmals mündlich widerrufen.

bbr/dpa



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