Erstochene Flüchtlingshelferin 28-Jähriger zu langer Haftstrafe verurteilt

Wegen eines tödlichen Messerangriffs auf eine junge Frau hat das Landgericht Münster einen 28-Jährigen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Einen Mord sah das Gericht in der Tat nicht.

Angeklagter am Landgericht Münster
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Angeklagter am Landgericht Münster


Ein Asylbewerber aus Nigeria ist wegen Totschlags zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Münster sah es als erwiesen an, dass der 28-Jährige im Februar in Ahaus auf offener Straße 21-mal auf eine Studentin eingestochen hatte. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die lebenslange Haft wegen Mordes beantragt hatten.

Der Nigerianer war 2015 nach Deutschland eingereist. In einer Flüchtlingsunterkunft in Ahaus hatte er die 22-Jährige kennengelernt. Zwischen beiden hatte es zwischenzeitlich auch eine kurze intime Beziehung gegeben, die aber schnell wieder beendet war. Laut Urteil hatte der Angeklagte bis zur Tat vergeblich versucht, die Studentin zurückzugewinnen. Sie habe sich massiv bedrängt gefühlt.

Nach den Feststellungen des Gerichts war der Angeklagte schließlich mit einem Messer und einem großen Rollkoffer vor dem Haus der Flüchtlingshelferin aufgetaucht und hatte immer wieder auf sie eingestochen. Anschließend habe er versucht, die stark blutende Frau in den mitgebrachten Koffer zu drücken. Erst als mehrere Anwohner aufgetaucht seien, habe er die Flucht ergriffen.

Der 28-Jährige war schließlich in Basel festgenommen worden. Im Prozess hatte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert. An seiner Täterschaft gibt es laut Gericht allerdings keinen Zweifel. Er hatte seine blutverschmierte Kleidung in der Flüchtlingsunterkunft zurückgelassen, bevor er in die Schweiz floh.

ulz/dpa



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