Prozess um getötete Flüchtlingshelferin in Ahaus Angeklagter schweigt zu Vorwürfen

Die Flüchtlingshelferin wurde mit 22 Messerstichen getötet: In Münster hat der Prozess um den Tod einer Studentin im westfälischen Ahaus begonnen. Bei der Tat spielte womöglich Eifersucht eine Rolle.

Landgericht Münster
DPA

Landgericht Münster


Vor sechs Monaten wurde eine junge Flüchtlingshelferin in Ahaus auf offener Straße erstochen. In Münster hat nun der Mordprozess gegen einen 28-jährigen Angeklagten begonnen. Zu Beginn der mündlichen Verhandlung schwieg der beschuldigte Asylbewerber aus Nigeria zu den Vorwürfen.

Der Mann hatte die 22-Jährige laut Anklage nach einer wenige Tage dauernden Beziehung für sich beansprucht. Er habe die Vorstellung nicht ertragen, dass sie sich einem anderen Mann zuwenden könnte - und sie daher aus Eifersucht getötet.

Die Lehramtsstudentin, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagierte, war am 11. Februar nachts von hinten angegriffen worden. Die Ärzte zählten 22 Messerstiche in Rücken, Hals und Kopf. Der Angeklagte soll einen Koffer dabei gehabt haben, um die Leiche der 1,53 Meter großen Frau vom Tatort wegzuschaffen. Doch dazu kam es laut Staatsanwaltschaft nicht mehr, da Anwohner die Hilfeschreie der jungen Frau gehört hatten - und auf die Straße liefen.

Der Tatverdächtige wurde zwei Tage nach der Tat in Basel festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte die Flüchtlingshelferin der Polizei im Sterben den entscheidenden Hinweis auf den Mann gegeben. Daraufhin wurde international nach ihm gefahndet.

Der Nigerianer war 2015 nach Deutschland eingereist, sein Asylantrag war jedoch abgelehnt worden. Laut Anklage hatte die Frau schon vor der Tat zunehmend Angst vor ihm bekommen und soll sich sich Pfefferspray besorgt haben, um sich im Notfall verteidigen zu können. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

bbr/apr/dpa



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