Auto-Attacke in Münster Polizei identifiziert Todesopfer

Sie waren 51 und 65 Jahre alt und kamen aus den Kreisen Lüneburg und Borken. Die Polizei hat die beiden Todesopfer der Amokfahrt von Münster identifiziert - und in der Wohnung von Jens R. eine nicht funktionstüchtige Maschinenpistole gefunden.

DAVID HECKER/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die Polizei hat die beiden Todesopfer der Amokfahrt von Münster identifiziert. Staatsanwaltschaft und Polizei Münster teilten Sonntagnacht in einer gemeinsamen Presseerklärung mit, es handele sich um eine 51 Jahre alte Frau aus dem Kreis Lüneburg und einen 65 Jahre alten Mann aus dem Kreis Borken. Zudem bestätigten die Behörden, dass der Fahrer des silbergrauen Campingbusses sich nach der Tat im Wagen erschoss.

"Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen handelt es sich bei dem Fahrer vermutlich um einen 48-jährigen Mann aus Münster", so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. "Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt."

Nach SPIEGEL-Informationen war der Designer Jens R. den Behörden nicht als Extremist bekannt. Allerdings soll er psychische Probleme gehabt und bereits einen Suizidversuch unternommen haben.

An dem Campingbus seien den Beamten "mehrere Drähte" aufgefallen, die "zum Teil ins nicht einsehbare Fahrzeuginnere führten", heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Experten des Landeskriminalamts aus Düsseldorf hätten das Fahrzeug deshalb intensiv untersucht. Im Inneren fanden sie außer der Waffe, mit der sich der Fahrer selbst erschossen hatte, eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend sogenannte Polenböller.

Fotostrecke

26  Bilder
Auto fährt in Menschenmenge: Tote und Verletzte in Münster

Ermittler durchsuchten auch die Wohnung des Mannes. Aus Sicherheitsgründen sei die Wohnungstür "mithilfe von Sprengmitteln" geöffnet worden, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Die Beamten fanden unter anderem weitere Polenböller und eine "Dekowaffe", ein unbrauchbar gemachtes Sturmgewehr vom Typ AK 47 (Hintergrundinformationen zu Polenböllern finden Sie hier).

"Wir haben zur Unterstützung Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen angefordert, um alle notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung dieser schrecklichen Tat zu ergreifen", so Polizeidirektor Martin Fischer, der den Einsatz leitet. "Allein die Tatortaufnahme wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir brauchen Zeit, die Spuren auszuwerten und die Ergebnisse der Ermittlungen zusammenzuführen."

Das Bundeskriminalamt hat im Internet ein Hinweisportal geschaltet. Unter der Adresse https://www.bka-hinweisportal.de können Videos oder Fotos, die im Zusammenhang mit der Tat stehen, hochgeladen werden.

Neben den beiden Toten zählte die Polizei mehr als 20 zum Teil schwer verletzte Opfer. Einige schweben noch in Lebensgefahr.

Die Polizei lobte das besonnene Verhalten der Menschen. "Die Polizei konnte die notwendigen Maßnahmen schnell und reibungslos treffen", erklärte der Einsatzleiter, Polizeidirektor Martin Fischer. "Alle haben sich vorbildlich verhalten und den Tatortbereich sehr schnell verlassen."

Seit dem frühen Sonntagmorgen können Anwohner wieder in ihre Wohnungen, allerdings in Begleitung von Polizisten. Der Bereich um den Einsatzort bleibt aber weiträumig abgesperrt.

Getty Images

vet/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.