Video von Personenkontrolle Polizei in Münster widerspricht Gerüchten

Wer sind die zwei Personen, die kurz nach der Amokfahrt von Münster von Polizisten kontrolliert wurden? Über eine Verbindung wurde wild spekuliert. Nun ist klar: Die Männer hatten mit der Tat nichts zu tun.

Tatort in Münster
DPA

Tatort in Münster


Die Amokfahrt von Münster war etwa eine Stunde her, als Bereitschaftspolizisten am Rathaus in Münster zwei Personen auffielen. Die Begegnung der Beamten mit den Männern wurde gefilmt, das Video verbreitete sich online - und löste eine Reihe von Mutmaßungen und Verschwörungstheorien aus.

Nun hat die Polizei mitgeteilt, was der Vorfall mit der Amokfahrt zu tun hat: gar nichts. Als die Aufnahme gemacht wurde, gingen die Polizisten noch von einem Terroranschlag aus. Augenzeugen glaubten, es hätten sich womöglich noch Personen eilig vom Tatort entfernt. Die Polizisten sprachen die jungen Männer an.

Nach Angaben der Polizei reagierten die Männer jedoch zunächst nicht auf die Ansprache, weil sie kein Deutsch verstanden. Kurz darauf stellte sich heraus, dass es Inder waren. Auf Englisch konnten sich die Polizisten schließlich verständlich machen. Sie brachten die Männer zu Boden, stellten ihre Personalien fest und ließen sie anschließend wieder gehen.

Sehen Sie die Szene hier im Video (ab Sekunde 32):

SPIEGEL TV

Eine Sprecherin der Polizei Münster sagte dazu: "Die Sache hat sich schnell aufgeklärt. Die Betreffenden hatten mit dem Tatgeschehen nichts zu tun." Inzwischen sind sich die Ermittler sehr sicher, dass der Amokfahrer Jens R. alleine handelte.

"Die Kollegen in Münster haben in dieser schwierigen Situation vorbildlich gehandelt", sagt der NRW-Landesvorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft, Erich Rettinghaus. "In einer solchen Lage müssen sie robuster vorgehen als im Alltag." Ganz offensichtlich aber hätten viele Menschen die Aufnahmen des Amateurfilmers fehlgedeutet - womöglich auch absichtlich. "Es handelte sich aber nicht um eine Festnahme", so Rettinghaus.

Jens R. war am Samstag mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen gefahren, die vor einem Lokal in der belebten Innenstadt von Münster saßen. Eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann starben, rund 20 wurden verletzt. Die Ermittler arbeiten derzeit an einer Art Bewegungsprofil des 48-jährigen Jens R. Er hatte sich nach der Fahrt in seinem Wagen selbst erschossen. Aktuell schweben laut Uniklinik Münster noch drei Menschen in Lebensgefahr.

jdl/ulz

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.