Auto-Attacke in Münster Uniklinik berichtet über Behandlung von Amok-Opfern

Nach der Amokfahrt von Münster sind mehrere Menschen weiter in Lebensgefahr. Die Uniklinik versucht, den Gesundheitszustand der Schwerstverletzten zu stabilisieren.

Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor, und Michael Raschke, stellv. Ärztlicher Direktor
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Robert Nitsch, Ärztlicher Direktor, und Michael Raschke, stellv. Ärztlicher Direktor


Die Uniklinik Münster hat neue Informationen zum Zustand der Amokopfer in der westfälischen Stadt bekannt gegeben. "Wir tun alles, um die Situation der Schwerstverletzten zu stabilisieren", sagte der Direktor der Münsteraner Uniklink, Robert Nitsch. Es liefen gerade zwei Operationen parallel bei einem Patienten mit einer sehr schweren Beckenverletzung, ergänzte Stellvertreter Michael Raschke.

Die Verletzten kommen laut Klinikleitung aus der Region Münsterland, Hamm, Vechta, aber auch aus Holland. Sie seien nach der Schwere ihrer Verletzungen kategorisiert und behandelt worden (Triage), sagte Raschke.

Anfangs sei man nach dieser Sortierung in der Uniklinik von vier besonders schweren Fällen ausgegangen, später sei noch ein weiterer hinzugekommen. Nähere Angaben zur Identität der Verletzten machte die Klinikleitung nicht. Zwei weitere Opfer mit lebensbedrohlichen Verletzungen werden im Clemenshospital behandelt.

Jens R. war am Samstag mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen gefahren, die vor einem Lokal in der belebten Innenstadt von Münster saßen. Eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann starben, rund 20 wurden verletzt. Die Ermittler arbeiten derzeit an einer Art Bewegungsprofil des 48-jährigen Jens R. Er hatte sich nach der Fahrt in seinem Wagen selbst erschossen.

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Aktuell schweben laut Klinikleitung noch drei Menschen in Lebensgefahr. Von den insgesamt acht in der Uniklinik versorgten Patienten seien zwei bereits entlassen worden. "Wir sind von einer Situation überrascht worden, die wir alle gehofft haben, nie in Münster erleben zu müssen", sagte Pflegedirektor Thomas van den Hooven.

Mehr als 200 Mitarbeiter hätten auf die Schnelle zusammengerufen werden können, sagte Klinikdirektor Robert Nitsch. Spezialisten aus allen Fachbereichen hätten zusammenarbeiten müssen. Inzwischen habe sich die medizinische Situation aber entspannt.

apr/bbr

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