Mutmaßliche Polizistenmörderin "Phantom" hinterlässt erneut DNA-Spur

Sie ist eine Serientäterin und die mutmaßliche Mörderin einer jungen Polizistin - nun hat die Frau erneut ihren genetischen Fingerabdruck an einem Tatort hinterlassen: Die DNA des sogenannten "Heilbronner Phantoms" wurde nach dem Überfall eines Angelsport-Vereinsheimes im Saarland gesichert.


Heilbronn/Saarbrücken - Es ist das 33. Mal, dass ihre DNA-Spur an einem Tatort gefunden wurde, sie wird im Zusammenhang mit mindestens drei Morden und anderen Straftaten auch in Frankreich und Österreich gesucht: Eine neue DNA-Spur der mutmaßlichen Mörderin einer Heilbronner Polizistin und Serientäterin ist im Saarland aufgetaucht. Diese stammt aus einem Überfall am 9. Mai dieses Jahres im Vereinsheim des Angelsportvereins ASV Saarhölzbach im Landkreis Merzig-Wadern, wie die Sonderkommission "Parkplatz" bei der Heilbronner Kripo und das saarländische Landeskriminalamt mitteilten.

Nach der Täterin wird intensiv gefahndet. Am 25. April 2007 waren eine 22 Jahre alte Polizeibeamtin und ihr damals 24-jähriger Kollege auf dem Park- und Festplatz Theresienwiese in Heilbronn mit Kopfschüssen gefunden worden. Die Polizistin starb, ihr Kollege überlebte schwer verletzt. Am Streifenwagen wurde die DNA-Spur der gesuchten Täterin entdeckt. Mittlerweile wurde ihr genetisches Profil an zahlreichen weiteren Tatorten gefunden.

Opfer des Überfalls im Saarland wurde eine 57-jährige Frau, die im Vereinsheim einmal in der Woche die Gastronomie betreibt. Am 9. Mai wollte sie die Hütte im Wald reinigen. Zwischen 17.30 und 18.00 Uhr hörte sie vor dem Gebäude die Stimmen von mindestens zwei Personen.

Plötzlich kam ein Mann hinein und schlug ihr gegen den Kopf. Dabei hatte er einen spitzen Gegenstand in der Hand, mit dem er die Frau, die ihren Kopf mit den Händen und Armen schützte, an beiden Unterarmen verletzte. Sie verlor das Bewusstsein. Die Täter leerten ihren Geldbeutel und flüchteten damit. Das Opfer wurde kurz nach 18 Uhr gefunden und ins Krankenhaus gebracht.

Spuren über Spuren - doch keine führte bislang zur Täterin

Wie die Ermittlungsbehörden weiter berichteten, war die DNA-Spur des "Phantoms" schon einmal im Oktober 2006 im Saarland aufgetaucht. Nach einem versuchten Einbruch in ein Wohn- und Geschäftshaus im Saarbrücker Stadtteil Burbach wurde die Spur an einem Stein gesichert, mit dem die Täter eine Terrassentür eingeschlagen hatten. Damals hatten Zeugen einen Mann am Tatort beobachtet. Das könnte den Verdacht erhärten, dass die gesuchte Täterin sich als Mann tarnt.

In Baden-Württemberg wurde die DNA der Frau zuletzt nach einem Einbruch in Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) und in Oberstenfeld-Gronau (Kreis Ludwigsburg) gesichert. In der Nacht zum 23. März dieses Jahres schlugen Unbekannte an einem Anbau des alten Bades in Niederstetten eine Fensterscheibe ein und kletterten in den Raum. Die Ermittler vermuten, dass die Einbrecher nur übernachten wollten.

In der Nacht zum 10. April brachen Unbekannte in Oberstenfeld-Gronau in ein Wohnhaus ein, während die 42 Jahre alte Bewohnerin und ihre drei Töchter schliefen. Sie stahlen Wertgegenstände im Gesamtwert von mehreren tausend Euro.

Die gesuchte Frau ist sehr mobil und hält sich häufig in Kleingartenanlagen auf. Das LKA und die Soko "Parkplatz" appellieren an die Bevölkerung, vor allem an Gartenhausbesitzer, Spaziergänger, Walker oder Jogger, insbesondere im Bereich von Kleingärtneranlagen aber auch in Wald- und Wohngebieten, auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge zu achten.

"Verdächtig erscheinende Personen sollten dabei jedoch nicht angesprochen werden", rät die Polizei. Der Leiter der Heilbronner Soko, Frank Huber, warnte: "Die gesuchte Person - einschließlich deren Begleiter - weisen ein enormes Aggressions- und Gewaltpotential auf, weshalb wir in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Stellen weiterhin alles Menschenmögliche tun, um sie dingfest zu machen." Für Hinweise, die zur Aufklärung des Polizistenmordes führen, ist eine Belohnung in Höhe von 150.000 Euro ausgesetzt.

han/AP/dpa



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