Mutmaßliche "Reichsbürgerin" Frau muss wegen Diebstahls ihrer Gerichtsakte in Haft

Ein Jahr und zwei Monate muss eine Frau ins Gefängnis, weil sie ihre Gerichtsakte vom Tisch der Richterin gestohlen hat. Zuvor hatte es im Saal Tumulte gegeben.

Die Angeklagte mit ihrem Anwalt
DPA

Die Angeklagte mit ihrem Anwalt


Eine mutmaßliche "Reichsbürgerin" ist wegen des Diebstahls ihrer eigenen Gerichtsakte während eines Prozesses zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht in Kaufbeuren rechnete in dieses Urteil eine Vorstrafe von acht Monaten wegen Fahrens ohne Führerschein ein.

Die 51-jährige Manuela H. hatte im Januar 2016 bei der Verhandlung wegen des Verkehrsdelikts die Akte vom Tisch der Richterin gestohlen und Unterstützern im Zuschauerraum zugeworfen. Danach floh die Gruppe aus dem Gerichtsgebäude.

Zuvor war es zu Tumulten im Gerichtssaal gekommen. Zuschauer störten die Sitzung lautstark. Gegen vier Helfer der Frau wurden Strafbefehle erlassen. Der erneute Prozess in Kaufbeuren fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Manuela H. setzte sich nach der Aktion nach Spanien ab. Dort wurde sie im Februar festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Sie sagte vor der Verhandlung, dass sie keine "Reichsbürgerin" sei, sie akzeptiere aber das Gericht nicht. "Reichsbürger" lehnen die Bundesrepublik als Staat ab und behaupten, das Deutsche Reich bestehe fort.

brt/dpa



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