Marathon-Anschlag Todesstrafe für mutmaßlichen Boston-Attentäter beantragt

Dem mutmaßlichen Attentäter von Boston droht die Todesstrafe: Die Staatsanwaltschaft fordert dieses Strafmaß im Falle einer Verurteilung des 20-jährigen Dschochar Zarnajew.

Dschochar Zarnajew auf einem Fahndungsfoto vom FBI: Todesstrafe im Falle einer Verurteilung
DPA/ FBI

Dschochar Zarnajew auf einem Fahndungsfoto vom FBI: Todesstrafe im Falle einer Verurteilung


Washington - Der mutmaßliche Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew soll nach dem Willen der Anklage zum Tode verurteilt werden. US-Justizminister Eric Holder teilte am Donnerstag in Washington mit, dass die Staatsanwaltschaft auf dieses Strafmaß abziele: "Nach Prüfung der Fakten, der geltenden Gesetze und der vom Anwalt des Beschuldigten übermittelten Dokumente habe ich entschieden, dass die USA in diesem Fall die Todesstrafe fordern werden." Zwar ist die Todesstrafe im Bundesstaat verboten, aber Zarnajew wurde dort nach Bundesrecht angeklagt.

Dschochar Zarnajew ist wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Terroranschlag auf den Boston-Marathon vom 15. April in 30 Punkten angeklagt. Dem 20-Jährigen werden unter anderem der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, vierfacher Mord sowie Verschwörung vorgeworfen. Bei der Verlesung der Anklage im Juli hatte er sich allen Punkten für nicht schuldig erklärt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew nahe der Ziellinie des Bostoner Marathons im Abstand von 13 Sekunden zwei Sprengsätze zündeten. Drei Menschen starben, 264 wurden verletzt. Dschochar Zarnajew war wenige Tage nach dem Attentat auf der Flucht schwer verletzt festgenommen worden. Sein Bruder wurde bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet. Bei ihrem Fluchtversuch sollen die mutmaßlichen Täter einen Sicherheitsmann erschossen haben.

Einen Termin für den Prozess gegen Zarnajew gibt es noch nicht. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, rund 80 bis 100 Zeugen aufrufen zu wollen. Der Prozess wird ihrer Schätzung nach rund drei bis vier Monate dauern. Eine nächste Voranhörung ist für den 12. Februar geplant.

sun/dpa/AFP

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