Ermittlungen zu NS-Verbrechen Mutmaßlicher Auschwitz-Wachmann aus U-Haft entlassen

Drei hochbetagte Männer wurden in Baden-Württemberg verhaftet, weil sie als SS-Wachleute in Auschwitz Beihilfe zum Mord geleistet haben sollen. Einen 88-Jährigen mussten die Ermittler nun wieder freilassen: Er war zum Tatzeitpunkt minderjährig.

Tor im KZ Auschwitz: Mutmaßlicher Wachmann wieder frei
AP

Tor im KZ Auschwitz: Mutmaßlicher Wachmann wieder frei


Stuttgart - Knapp eine Woche nach den Durchsuchungen bei mutmaßlichen Auschwitz-Wachmännern ist ein 88-Jähriger aus Baden-Württemberg aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Man sei einer Haftbeschwerde seines Anwalts nachgekommen, teilte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mit.

Der 88-Jährige sei nach dem Jugendgerichtsgesetz zum Tatzeitpunkt Jugendlicher gewesen, was einen Haftgrund nicht rechtfertige, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde.

Fahnder hatten in der vergangenen Woche in mehreren Bundesländern Wohnräume von mutmaßlichen früheren SS-Wachmännern des Konzentrationslagers Auschwitz durchsucht. Drei Verdächtige in Baden-Württemberg waren verhaftet worden (Mehr zu den Ermittlungen lesen Sie hier). Nach der Freilassung des 88-Jährigen sitzen nun noch ein 92-Jähriger und ein 94-Jähriger im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg in U-Haft.

Ein 91-jähriger mutmaßlicher NS-Verbrecher aus Döbeln in Sachsen muss hingegen nicht mehr mit einem Gerichtsverfahren rechnen. Gesundheitliche Gründe machten einen Prozess unmöglich, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, Birgit Friese, der "Leipziger Volkszeitung". "Er ist dement, seine geistige Verfassung erlaubt einfach keine Verhandlung mehr." Die Ermittlungen seien eingestellt worden.

hut/dpa

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