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Mutmaßlicher Ehrenmord: Afghane ersticht Frau und beruft sich auf Koran

Eifersuchtsdrama oder Ehrenmord? In München hat ein 27-Jähriger seine frühere Partnerin erstochen, weil diese eine neue Beziehung eingegangen war. Der aus Afghanistan stammende Verdächtige ist geständig - und rechtfertigt die Tat mit einer Stelle aus dem Koran.

München - Die Attacke ereignete sich in der Wohnung eines gemeinsamen Bekannten, in einer Apartmentanlage in München-Obersendling. Eine Nachbarin hatte am Montag gegen 0.15 Uhr eine lautstarke Auseinandersetzung gehört und die Polizei alarmiert.

Streifenbeamte versuchten noch, die 24-jährige Hausfrau nach dem Messerangriff zu reanimieren. Doch sie starb wenig später in einem Münchner Krankenhaus. Der Täter flüchtete zunächst, konnte jedoch kurz darauf festgenommen werden.

Der 27-Jährige habe nach der Bluttat am Montag ein umfassendes Geständnis abgelegt, teilte die Polizei mit. Die Frau habe schon längere Zeit eine Beziehung zu einem gemeinsamen Cousin unterhalten und die dreijährige Tochter bei Verwandten untergebracht.

"Unter Berufung auf eine Stelle im Koran verbot ihr der Täter dies zunächst und forderte sie auf, wieder zu ihm zurückzukommen." Als sie dies ablehnte und in der Nacht zum Montag ausgehen wollte, habe der 27-Jährige plötzlich ein Messer gezogen und ihr mehrere Male in die Brust gestochen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Mordes. Der Mann gab laut Polizei an, mit dem Opfer nach afghanischem Recht verheiratet zu sein. Die Frau dagegen hatte in einem anderen Fall bestritten, mit dem 27-Jährigen verheiratet zu sein.

ala/dpa/AP/ddp

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