Überfall auf Frachter "Susan K" Mutmaßlicher Pirat in Asylbewerberheim festgenommen

Vor vier Jahren entführten Piraten den Frachter "Susan K" einer deutschen Reederei im Golf von Aden. Nun haben Ermittler einen mutmaßlichen Täter gefasst - in einer Asylbewerberunterkunft in Reutlingen.

Frachter "Susan K" (Archiv): 2011 war das Schiff in der Hand von Piraten
Jochen Wegener

Frachter "Susan K" (Archiv): 2011 war das Schiff in der Hand von Piraten


Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen mutmaßlichen Piraten aus Somalia. Der Mann soll an der Entführung des Frachters "Susan K" vor Oman im April 2011 beteiligt gewesen sein. Das Schiff gehört einer Reederei aus dem ostfriesischen Leer.

Der Verdächtige sei vor etwa drei Wochen in einer Asylbewerberunterkunft im baden-württembergischen Reutlingen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft. Der Mann habe seine Beteiligung an der Tat eingeräumt.

Das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Schiff war auf dem Weg vom indischen Mumbai nach Sudan am 7. April 2011 im Golf von Aden gekapert worden - rund 35 Seemeilen vor der Küste Omans. Etwa ein Dutzend Piraten hatte den Frachter überfallen.

Die Besatzung der "Susan K" blieb rund 70 Tage in der Hand der Entführer. Die Piraten gaben das Schiff erst nach Zahlung von 3,5 Millionen Dollar Lösegeld wieder frei.

Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Eisleben (Sachsen-Anhalt) einen Asylbewerber aus Somalia festgenommen - ebenfalls wegen des Verdachts, an der Entführung des Frachters beteiligt gewesen zu sein. Der Mann war damals anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden.

wit/dpa

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