Syrien-Heimkehrer Mutmaßliches IS-Mitglied in Dinslaken verhaftet

Im nordrhein-westfälischen Dinslaken hat die Polizei ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" festgenommen. Es handelt sich um einen 24-jährigen Deutschen.


Karlsruhe - Der 24-jährige Deutsche namens Nils D. soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich dort der Terrorgruppe "Islamischer Staat" angeschlossen haben, wie der Generalbundesanwalt am Samstagabend mitteilte. Im vergangenen November war der junge Mann den Angaben zufolge nach Deutschland zurückgekehrt. Jetzt wurde er von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei festgenommen. Zudem wurde seine Wohnung in Dinslaken durchsucht.

Zunächst hatte seit Beginn 2014 die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Der Generalbundesanwalt zog das Verfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung an sich. Der Beschuldigte soll am Sonntag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

Es gebe bislang keine Anhaltspunkte für konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen, auch bestehe kein Zusammenhang zu den Terroranschlägen in Frankreich, betonte der Generalbundesanwalt. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt NRW im Auftrag der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Den Sicherheitsbehörden zufolge gibt es in Nordrhein-Westfalen etwa 150 Personen, die von hier aus in die Krisenregionen Syrien und Irak ausgereist sind. Etwa 20 Prozent dieser Ausgereisten seien wieder nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Bei mehreren dieser Personen muss davon ausgegangen werden, dass sie sich für den "Islamischen Staat" (IS) an Kampfhandlungen beteiligt haben.

ala/dpa



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