Indien : Vergewaltigter Fünfjähriger geht es besser

Indien: Weiter Proteste nach Vergewaltigung von Fünfjähriger
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REUTERS

Das fünfjährige Mädchen, dessen Vergewaltigung in Indien für Entsetzen gesorgt hatte, ist auf dem Weg der Besserung. Ihr Zustand habe sich stabilisiert, hieß es. Unterdessen gab es in der Hauptstadt Neu-Delhi weiter Proteste gegen die Arbeit von Polizei und Regierung.

Neu-Delhi - Eine Reihe von Fällen extremer sexueller Gewalt hält Indien in Atem. Zuletzt hatte die Vergewaltigung eines fünfjährigen Mädchens in Neu-Delhi für Entsetzen gesorgt - jetzt scheint es dem Kind zumindest etwas besser zu gehen. Es spreche gut auf die Behandlung an, und sein Zustand sei inzwischen stabil, sagte ein Sprecher des Krankenhauses, in dem das Mädchen betreut wird.

Polizeiangaben zufolge war das Kind seit dem 15. April vermisst worden; zwei Tage später fanden Nachbarn das wimmernde Mädchen alleine in einem abgeschlossenen Zimmer in jenem Wohnhaus, in dem auch ihre Familie lebt. Der Täter habe sie nach der brutalen Misshandlung für tot gehalten und zurückgelassen, sagte ein Polizeisprecher.

Festgenommen wurde am Samstag ein 24-Jähriger im östlichen Bundesstaat Bihar, etwa tausend Kilometer entfernt von Neu-Delhi. Der Tatverdächtige sei in die Hauptstadt geflogen worden und werde nun befragt, hieß es.

Rücktritt des Polizeichefs gefordert

Unterdessen gingen die Proteste auf den Straßen Neu-Delhis weiter. Den zweiten Tag in Folge demonstrierten Hunderte Menschen vor dem Hauptquartier der Polizei. Den Ermittlungsbehörden werfen die Demonstranten vor, eine Vermisstenanzeige der Eltern des Kindes zunächst ignoriert zu haben. Auch sollen Polizisten dem Vater des Mädchens umgerechnet 30 Euro geboten haben, wenn er den Fall nicht öffentlich mache.

Etwa hundert Oppositionsanhänger versammelten sich vor dem Privathaus von Sonia Gandhi, der Präsidentin der regierenden Kongresspartei. Sie forderten unter anderem den Rücktritt des Polizeichefs von Neu-Delhi. Mehr als 50 Demonstranten wurden festgenommen, als sie versuchten, Absperrgitter auf dem Weg zu Gandhis Haus niederzureißen. Nach einigen Stunden wurden sie freigelassen.

"Polizisten und andere Beamte, die bei ihrer Arbeit versagen und sich unangemessen verhalten, sollen wissen, dass sie bestraft werden", sagte Meenakshi Ganguly, Südasien-Chef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Seit vor vier Monaten eine junge Frau in Neu-Delhi an den Folgen einer Massenvergewaltigung starb, sorgen immer wieder Fälle extremer sexueller Gewalt in Indien für Aufsehen. Der Tod der Studentin hatte außerdem eine Debatte um die Behandlung von Frauen in der indischen Gesellschaft ausgelöst.

Premierminister Manmohan Singh rief seine Landsleute dazu auf, ihre Einstellung gegenüber Frauen zu ändern. "Der schreckliche Angriff auf das kleine Mädchen vor ein paar Tagen erinnert uns daran, dass wir zusammen daran arbeiten müssen, diese Art von Verdorbenheit aus unserer Gesellschaft zu entfernen", sagte er.

rls/AP

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