Tennessee Porsche-Fahrerin schießt Obdachlosen nieder

Ein Obdachloser bat sie, ihren SUV umzuparken - da rastete eine Porsche-Fahrerin in den USA aus. Sie zückte ihre Waffe und schoss auf den Mann. Die Frau dagegen sieht sich als Opfer.


Eine Porsche-Fahrerin aus Nashville im US-Bundesstaat Tennessee muss sich wegen versuchten Mordes verantworten, weil sie auf einen obdachlosen Mann geschossen haben soll, berichtet die "Washington Post". Der Mann hatte die Sängerin Katie Quackenbush demnach gebeten, ihr Auto wegzufahren, weil er in der Nähe seinen Schlafplatz hatte. Es kam zum Streit - bis die 26-Jährige die Schüsse abgab. Die Frau behauptet allerdings, sie habe sich nur verteidigen wollen.

Der 54-jährige Obdachlose Gerald Melton stellt den Vorfall so dar: Er habe die junge Frau gebeten, ihr Auto woanders zu parken. Denn er fühlte sich durch den laufenden Motor, die Abgase und die laute Musik, die aus dem SUV drang, gestört. Er habe zu diesem Zeitpunkt, Samstagmorgen, drei Uhr früh, in unmittelbarer Nähe auf einem Bürgersteig versucht zu schlafen, wie er es oft tue. So erzählte es Melton der Polizei.

Daraufhin sei es jedoch zu einem heftigen Streit gekommen. Melton sagte, er sei schließlich zu seinem Schlafplatz zurückgegangen. Die Porsche-Fahrerin sei dann aber plötzlich aus ihrem Auto gestiegen, habe eine Waffe in der Hand gehabt und zwei Schüsse auf ihn abgefeuert. Die Kugeln trafen den obdachlosen Mann in den Bauch, berichtet die Polizei. Er wurde schwer verletzt. Die Sängerin sei danach weggefahren.

Vater: "Sie hatte nicht die Absicht, ihn zu töten."

Nach einer Version von Quackenbushs Vater lief der Vorfall, der sich bereits Ende August ereignete, allerdings ganz anders ab: Der Obdachlose habe an die Autoscheibe gehämmert, seine Tochter beschimpft, sie sexistisch beleidigt und gedroht, er werde sie umbringen, wenn sie die Musik nicht leiser drehe, sagte Jessie Quackenbush laut einem Bericht der Zeitung "The Tennessean". Der Vater ist demnach vor Ort ein bekannter Rechtsanwalt.

Der Obdachlose habe zuvor auch andere Frauen auf der Straße belästigt. Seine Tochter sei nach den Beschimpfungen aus dem Auto gestiegen, um ihre Beifahrerin sicherheitshalber zu ihrem in der Nähe parkenden Auto zu begleiten. Melton sei dann aber wieder auf die Frauen zugekommen. Seine Tochter habe ihm gesagt: "Ich habe eine Waffe, gehen Sie weg." Als der Obdachlose weiter auf sie zuging, habe sie zwei Warnschüsse abgefeuert.

Der Vater betonte: "Sie hatte nicht die Absicht, ihn zu töten. Sie hat gar nicht gemerkt, dass sie ihn tatsächlich getroffen hat." Seine Tochter habe bei den Schüssen die Augen geschlossen gehabt und sei sicher, in eine andere Richtung als auf den Mann gezielt zu haben.

Der Vorwurf des versuchten Mordes sei falsch, denn seine Tochter habe sich nur verteidigen wollen. "Sie ist in diesem Fall so viel mehr das Opfer als Herr Melton", sagte der Vater dem Sender News Channel5.

Die Sängerin war am Montag ins Gefängnis gekommen, ist gegen eine Kaution von 25.000 Dollar jetzt aber wieder auf freiem Fuß. Ein Gerichtstermin ist für Anfang Oktober angesetzt.

fok



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