Neubrandenburg Prozess gegen früheren SS-Sanitäter soll im September von vorn beginnen

Ein früherer SS-Sanitäter soll ab September in Neubrandenburg vor Gericht. Dem 95-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in Tausenden Fällen im KZ Auschwitz vorgeworfen.

Akten hinter dem Richtertisch
DPA

Akten hinter dem Richtertisch


Nach monatelanger Pause geht der Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter am Landgericht Neubrandenburg von vorne los. Der Mann, der im KZ Auschwitz seinen Dienst verrichtete, soll sich ab dem 12. September vor Gericht verantworten. Das teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. Die Anklage legt dem heute 95-jährigen Hubert Z. aus einem Dorf bei Neubrandenburg Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen zur Last.

Das Landgericht hatte den Prozess im März ausgesetzt, weil der Angeklagte aus Gesundheitsgründen zweimal nicht zur Verhandlung erschienen war. Die Aussetzung hat zur Folge, dass der Prozess erneut beginnen muss. Im Mai war ein Neustart kurzfristig gescheitert, der mit einer eingehenden Untersuchung des Beschuldigten verknüpft wurde.

Der ehemalige Landarbeiter soll 1944 einen Monat im KZ Auschwitz-Birkenau stationiert gewesen sein. In der Zeit kamen dort 14 Deportationszüge an, mindestens 3681 Menschen wurden in Gaskammern getötet. Verteidiger Peter-Michael Diestel bestreitet eine Schuld seines Mandanten.

Das Landgericht Detmold hatte im Juni den 94-jährigen Reinhold Hanning, einen ehemaligen SS-Wachmann aus dem KZ Auschwitz, zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Lüneburg verhängte im Juli 2015 eine Freiheitsstrafe von vier Jahren gegen den als "Buchhalter von Auschwitz" bezeichneten 94-Jährigen Oskar Gröning. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

cnn/dpa

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