Nach Jahrzehnten: Neue Spur im Fall der "Moor-Mörder"

In den sechziger Jahren töteten die "Moor-Mörder" Ian Brady und Myra Hindley in Großbritannien fünf Kinder. Eine der Leichen wurde nie gefunden. Nun, nach beinahe 50 Jahren, wurde Bradys Beraterin verhaftet - es gibt in dem Fall eine neue Spur.

Großbritannien: Das Rätsel der "Moor-Mörder" Fotos
Getty Images/ Evening Standard

London - In einem der spektakulärsten britischen Kriminalfälle gibt es nach Jahrzehnten neue Hinweise auf den Verbleib eines Mordopfers. Es handelt sich um den Fall der sogenannten "Moor-Mörder" Ian Brady und Myra Hindley. Sie kidnappten, missbrauchten und töteten zwischen 1963 und 1965 fünf Kinder und vergruben die Leichen im Saddleworth Moor nahe der Stadt Manchester.

Vier der Leichen wurden bei Suchaktionen gefunden, doch ein Kind - der zwölfjährige Keith Bennett - blieb verschwunden. Er war 1964 entführt worden, als er auf dem Weg zu seiner Großmutter war. Hindley starb 2002 im Gefängnis im Alter von 60 Jahren. Damit blieb Brady für Bennetts Angehörige die einzige Hoffnung, den Jungen noch finden und begraben zu können.

Nun gibt es Hinweise, dass Brady den Ort verraten haben könnte, an dem Bennetts Leiche liegt. In Wales wurde die 49-jährige Jackie Powell verhaftet, die als Bradys Beraterin agiert. Er ist in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Powell steht unter Verdacht, ein Begräbnis verhindert zu haben. Laut "Guardian" soll sie verhaftet worden sein, weil sie in einer TV-Dokumentation gesagt haben soll, Brady habe ihr einen verschlossenen Umschlag gegeben, der im Fall seines Todes an Keith Bennetts Mutter Winnie Johnson weitergegeben werden solle.

Die Polizei in Manchester teilte mit, man vermute, Brady habe einem "langjährigen Besucher" den Ort der Leiche mitgeteilt. Die Polizei sagte nicht, ob es sich bei der Person um Powell handelt. Es bestehe die Möglichkeit, dass Brady einen Brief an Johnson geschrieben habe, der erst nach seinem Tod geöffnet werden sollte, sagte ein Polizeisprecher. "Wir wissen nicht, ob das wahr ist oder nur eine List, aber wir haben die Pflicht, solchen Informationen im Namen von Keiths Familie nachzugehen."

Johnson kämpft seit 47 Jahren darum, ihrem Sohn ein ordentliches Begräbnis zu verschaffen. Im Juli hatte sie einen Appell an Brady gerichtet, den Ort zu nennen, an dem ihr Sohn liege.

Brady, 74, war 1966 wegen dreifachen Kindsmords zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden, Hindley wegen zweifachen Kindsmords ebenfalls zu lebenslanger Haft. 1987 gestand das Duo, auch Bennett und ein weiteres Kind getötet zu haben.

Die Polizei hatte ihre Ermittlungen in dem Fall 2009 eingestellt, weil sie allen Hinweisen erfolglos nachgegangen war. "Die 'Moor-Morde' haben einen langen und dunklen Schatten über die Geschichte unserer Region geworfen", sagte der Polizeisprecher.

ulz/Reuters

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