Urteil in Neuruppin Viereinhalb Jahre Haft wegen Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

Wegen versuchter schwerer Brandstiftung sind zwei Männer in Brandenburg verurteilt worden. Das Gericht sprach von einer Tat aus rassistischen Motiven "auf niedrigster Stufe".

Landgericht Neuruppin
DPA

Landgericht Neuruppin


Für den Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim im brandenburgischen Kremmen ist der Hauptangeklagte, 29, zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 35 Jahre alte Mitangeklagte erhielt eine zweijährige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Das Landgericht Neuruppin sah es als erwiesen an, dass sich die beiden Männer wegen gemeinschaftlich versuchter schwerer Brandstiftung strafbar gemacht haben. Die Tat sei aus rassistischen Motiven verübt worden, "die auf niedrigster Stufe stehen", sagte eine Gerichtssprecherin laut rbb.

Das Gericht blieb deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für den 29-Jährigen eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten gefordert hatte. Für den 35-jährigen Mittäter forderte sie eine Strafe von vier Jahren und drei Monaten.

Ursprünglich war den beiden Männern versuchter Mord vorgeworfen worden. Die Tötungsabsicht konnte das Gericht den Angeklagten jedoch nicht nachweisen, wie mehrere lokale Medien berichteten.

Zum Prozessauftakt Ende März hatte der 29-Jährige gestanden, in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Brandsätze auf ein Haus der umzäunten Flüchtlingsunterkunft in Kremmen geschleudert zu haben. Er habe den Bewohnern "einen Schrecken" einjagen wollen, sagte er damals vor Gericht. Der 35-Jährige soll an der Planung der Tat beteiligt gewesen sein. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

bbr/dpa/AFP

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