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Urteil in Neuseeland: Gericht lehnt Klimaflüchtling aus Kiribati ab

Sturm über Insel in Kiribati (Archiv): Einige Regionen bereits unbewohnbar Zur Großansicht
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Sturm über Insel in Kiribati (Archiv): Einige Regionen bereits unbewohnbar

Er hätte der erste anerkannte Klimaflüchtling der Welt werden können: Weil der steigende Meeresspiegel seine Heimat bedroht, hatte Ioane Teitiota in Neuseeland gegen seine Abschiebung geklagt. Jetzt hat ein Gericht gegen ihn entschieden: Der 37-Jährige muss zurück nach Kiribati.

Wellington - Ein Mann aus dem Pazifik-Inselstaat Kiribati ist mit seinem Versuch gescheitert, als erster Klimaflüchtling der Welt anerkannt zu werden. Ein Gericht in Neuseeland befand, die von Ioane Teitiota vorgebrachten Argumente seien "nicht überzeugend". Der 37-Jährige hatte gegen eine bevorstehende Abschiebung geklagt, weil seine Heimatinsel durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sei.

Einige Regionen Kiribatis seien bereits unbewohnbar, hatten Teitiotas Anwälte argumentiert. Er und seine Frau fürchteten um die Gesundheit ihrer drei Kinder, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren müssten. Salzwasser dringe dort in die Brunnen ein, Ernten würden zerstört. Da aber etwa sauberes Trinkwasser ein Menschenrecht sei, müsse Teitiota Anspruch auf den Flüchtlingsstatus haben.

Das oberste Zivil- und Strafgericht Neuseelands in Auckland wollte dieser Argumentation nicht folgen. Die UN-Flüchtlingskonvention biete Personen Schutz, die etwa auf Grund von Rasse, Religion, Nationalität oder Überzeugung verfolgt würden, hieß es im Urteil. "Jemand, der ein besseres Leben sucht, indem er den empfundenen Folgen des Klimawandels entflieht, ist keine Person, auf die die Konvention zutrifft." Teitiota hatte sich in seiner Klage ausdrücklich auf die Flüchtlingskonvention berufen.

Steigender Meeresspiegel "keine individuelle Verfolgung"

Das wirtschaftliche Umfeld sei in Kiribati womöglich weniger attraktiv als in Neuseeland, schrieb Richter John Priestley in seinem Urteil. "Aber der Antragsteller wäre bei einer Rückkehr individuell keiner Verfolgung ausgesetzt."

Teitiota war mit einem befristeten Arbeitsvisum nach Neuseeland gekommen, nach dessen Ablauf aber nicht zurückgekehrt. Die Einwanderungsbehörde will ihn abschieben.

Kiribati besteht aus rund 30 Atollen, die zum Teil nur wenige Meter aus dem Wasser ragen. Die Regierung des Inselstaats nahe dem Äquator denkt wegen der Gefahren durch den Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels bereits darüber nach, wie die Bevölkerung im Ernstfall umgesiedelt werden könnte. Sie erwägt unter anderem die Aufschüttung künstlicher Inseln.

rls/dpa/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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1. korrekte Entscheidung
airportler 26.11.2013
Das komische an der Sache ist, dass der Inselstaat Kiribate gar nicht untergeht, sonder sogar wächst? Komisch was, passt wohl nicht ins Weltbild. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0341816201001357#FIG4
2. Vielleicht
juttakristina 26.11.2013
sollte auch die UN- Flüchtlingskonvention anfangen, über eine Einbeziehung solcher Gründe nachzudenken - bevor die Leute schon nasse Füße bekommen, damit die Festlegung erfolgt, bevor das Wasser denen bis zum Hals steht. Zwar kann ich die Ablehnung an sich aufgrund der aktuellen Fassung nachvollziehen, aber die Begründung von wegen besseres Leben suchen, wenn der Wasseranstieg auf Kiribati schon eingesetzt hat, ist schon zynisch.
3. Meeresspiegel Kiribati
rudolf.kipp 26.11.2013
Was dem Mann die Argumentation vor Gericht weiter erschwert haben dürfte ist der Umstand, dass der Meeresspiegel gemessen an den Pegeln in Kiribati überhaupt nicht ansteigt. Die Werte gehen zurück bis Mitte der 70er, bzw. Mitte der 50er: FANNING-B (http://www.psmsl.org/data/obtaining/stations/1361.php) CHRISTMAS ISLAND (http://www.psmsl.org/data/obtaining/stations/801.php) CHRISTMAS ISLAND II (http://www.psmsl.org/data/obtaining/stations/1371.php)
4. Fakten
johnnybongounddie5goblins 26.11.2013
Zitat von sysopREUTERSEr hätte der erste anerkannte Klimaflüchtling der Welt werden können: Weil der steigende Meeresspiegel seine Heimat bedroht, hatte Ioane Teotiota in Neuseeland gegen seine Abschiebung geklagt. Jetzt hat ein Gericht gegen ihn entschieden: Der 37-Jährige muss zurück nach Kiribati. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/neuseeland-mann-aus-kiribati-darf-nicht-erster-klimafluechtling-sein-a-935623.html
Achtung: Zahlen voraus hier noch die Kiribati nächstegelegene Tidenmessung (in Chuuk) Sea Level Trends - Chuuk, Caroline Is. - NOAA Tides & Currents (http://tidesandcurrents.noaa.gov/sltrends/sltrends_station.shtml?stnid=1840000) ich sehe ehrlich gesagt absolut keinen Grund für ein "Klimaaysl"
5.
middleline 26.11.2013
Zitat von johnnybongounddie5goblinsAchtung: Zahlen voraus hier noch die Kiribati nächstegelegene Tidenmessung (in Chuuk) Sea Level Trends - Chuuk, Caroline Is. - NOAA Tides & Currents (http://tidesandcurrents.noaa.gov/sltrends/sltrends_station.shtml?stnid=1840000) ich sehe ehrlich gesagt absolut keinen Grund für ein "Klimaaysl"
Sie sehen ? Schön das Sie so kompetent sind. Da möchte ich Ihnen doch gerne diesen Link ans Herz legen: Dunning-Kruger-Effekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning_Kruger) Sorry, aber wer aus einer einzigen Messung versucht einen weltweiten Trend abzuleiten........... Btw, wenn sie sich Ihren Link mal genau angucken, werden sie leider feststellen, daß der Linear Trend nach oben weißt.
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