Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Achteinhalb Jahre Haft für Erpresser: Neuseeländer drohte mit Vergiftung von Babynahrung

Weil er mit der Vergiftung von Milchpulver drohte, ist ein Mann in Neuseeland zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 60-Jährige war durch eine DNA-Spur überführt worden.

Ein Geschäftsmann ist in Neuseeland zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 60-Jährige hatte mit der Vergiftung von Babynahrung gedroht. Vor dem Urteilsspruch bekannte sich Jeremy K. der Erpressung schuldig. Er hatte 2014 Drohbriefe an das Unternehmen Fonterra, den größten Exporteur von Milchpulver weltweit, sowie an den neuseeländischen Bauernverband geschickt.

Darin drohte K., für den chinesischen Markt bestimmtes Milchpulver mit einem Pestizid mit dem Marktnamen "1080" zu vergiften, wenn Neuseeland dieses nicht verbiete. Das Natriumfluoracetat "1080" wird gegen Nager eingesetzt und ist in Neuseeland höchst umstritten.

Die Anklage legte aber dar, dass K. keinesfalls aus selbstlosen Motiven gehandelt habe. Vielmehr hätte ein Verbot von "1080" äußerst lukrativ für den Geschäftsmann sein können, da er ein Konkurrenzprodukt entwickelt hatte. Im Prozess war deutlich worden, dass der Angeklagte finanzielle Schwierigkeiten sowie psychische Probleme wegen des Todes seiner Frau hatte.

Ermittler befragten 2600 Menschen

Richter Geoffrey Venning erkannte in seinem Urteil an, dass K. seine Drohungen nie habe in die Tat umsetzen wollen. Die Erpressung habe die Betroffenen allerdings in Angst versetzt. Außerdem habe sie Kosten in Höhe von 32 Millionen neuseeländische Dollar verursacht (etwa 19,2 Millionen Euro).

In den Ermittlungen zu dem Erpressungsfall waren etwa 2600 Menschen befragt worden. K. wurde schließlich durch eine DNA-Spur überführt.

Die Drohungen waren zunächst nicht öffentlich gemacht worden. Die neuseeländischen Behörden verstärkten die Kontrollen bei Milchpulver und schränkten den Zugang zu Milchpulverpackungen in den Läden ein.

Die Drohungen trafen Neuseeland hart, weil der Milchpulver-Export einen wichtigen Anteil am Gesamtexport des Landes hat. Im vergangenen Jahr wurde Milchpulver im Wert von 11,5 Milliarden neuseeländischen Dollar (6,9 Milliarden Euro) ausgeführt, das waren 17 Prozent des Gesamtexports.

wit/AFP/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: