Neuseeland Mörder erstreitet sich Recht auf Toupet

Ein Gefängnis im neuseeländischen Auckland muss einem wegen Mordes verurteilten Häftling dessen Haarteil zurückgeben. Das hat ein Gericht entschieden. Schadensersatz bekommt der Mann jedoch nicht.

Skyline von Auckland (Archiv)
AFP

Skyline von Auckland (Archiv)


In Neuseeland hat ein zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder Erfolg mit seiner Klage gehabt, im Gefängnis ein Toupet tragen zu dürfen. Ein Gericht entschied, dass die Justizvollzugsanstalt in Auckland ihm sein Haarteil zurückgeben müsse. Die Forderung nach 5000 neuseeländischen Dollar (etwa 3270 Euro) Schadensersatz wies das Gericht jedoch zurück.

Der weitgehend kahlköpfige Mann sitzt wegen Mordes seit 1996 im Gefängnis. Er hatte sich 2014 während eines Freigangs mit einem gefälschten Pass - und dem Toupet auf dem Kopf - ins Ausland abgesetzt. Er wurde gefasst und zurück ins Gefängnis gebracht. Die Direktion ließ das künstliche Haupthaar beschlagnahmen.

Das Gericht kam nun jedoch zu dem Schluss, dass damit gegen das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit verstoßen worden sei. Vor Gericht hatte der Mörder unter anderem darüber geklagt, dass er durch das Wegnehmen des Toupets lächerlich gemacht worden sei. Außerdem sei das Haarteil ein Kunstwerk und damit durch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt.

Der Mann hatte im Alter von 17 Jahren einen Jungen missbraucht und Jahre später dessen Vater erstochen. Deshalb muss er eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Wegen der Flucht wurde er zu weiteren 33 Monaten Gefängnis verurteilt.

wit/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.